Politisch motivierte Hotelstornierung?

Hier in Hannover hat das Congress Hotel am Stadtpark Reservierungen im Zusammenhang mit dem AfD-Parteitag  im benachbareten Congress Centrum  storniert. Auf der Facebook-Seite heißt es dazu:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben die Zimmerbuchungen, welche im zeitlichen Rahmen des Bekanntwerdens des AfD-Bundesparteitages eingegangen sind, nach Mitteilung der Dimension der angekündigten Demonstration außerordentlich storniert, um die Sicherheit aller Gäste und unserer Mitarbeiter sowie den reibungslosen Hotelbetrieb am kommenden Wochenende besser gewährleisten zu können.

Bei der Demonstration am benachbarten sowie direkt angebundenen Hannover Congress Centrum werden rund 5.000 Demonstranten erwartet. Konfrontationen können hierdurch nicht ausgeschlossen werden. Diese möchten wir gerne, soweit es geht, vom Hotel fern halten. Im Sinne aller Gäste, der Besucher der AfD-Veranstaltung und unserer Mitarbeiter. Es geht uns bei dieser Vorgehensweise ausdrücklich um den Schutz aller beteiligten Personen, nicht aber um eine politische Aussage.

Am heutigen Vormittag und heutigen Abend des 24.11.2015 haben wir diese Handhabung innerhalb telefonischer Nachfrage mit Sprechern zweier AfD-Kreisverbände sehr sachlich kommuniziert. Beide haben Verständnis für unsere Entscheidung gezeigt, wenngleich sie sich eine andere Entscheidung unsererseits gewünscht hätten. Kein Verständnis hatten beide für die zum Teil nicht wahrheitsgemäßen Bewertungen/Einträge auf unserer Facebookseite. Wir sind darüber hinaus für weitere sachliche Gespräche offen.

Auf die unwahren Bewertungen und entsprechenden Kommentare, welche ab dem Zeitpunkt der außerordentlichen Kündigung der Beherbergungsverträge aufkamen, werden wir zu einem späteren Zeitpunkt eingehen.

Mit freundlichen Grüßen
Congress Hotel am Stadtpark Hannover

Die Stornierungen selbst gehen davon aus,  dass diese Reservierungen im Zusammehanng mit dem Parteitag stehen. Hier würde mich interessieren, wie das Hotel darauf kommt,  dass es sich bei den Reservierungen wirklich um AfD-Mitglieder handelt. Als politisch links-orientiert wäre ich nicht gerade begeistert, wenn ich dort zu dieser Zeit dort reserviert hätte und mit so einer Begrüdung mir nun ein anderes Hotel suchen müsste – zumal die Stornierung erst 2 Tage vor der Reservierung rausging.

Selbst wenn es sich um AfD-Mitglieder handelt, kann es in meinen Augen nicht sein, dass diese nur auf Grund ihrer Zugehörigkeit zu einer Partei unter Generelverdacht ausgeschlossen werden. Wobei hier auf der anderen Seite ins Besondere das stark-rechte Spektrum dieser Partei hier mal erlebt, wie es ist, wenn man von vornherein gebrandmarkt wird – so wie die Leute es taten, denen sie von der Gesinnung her nahestehen.

Auch wenn das Hotel in seiner Stellungnahme einen politisch-motivierten Hintergrund ausschließt, so bleibt doch der fade Beigeschmack, dass hier alle die, die zu dem fraglichen Zeitpunkt reserviert haben, gewaltbereite Störenfriede sein sollen. Es wird sich mehr oder weniger auf das Hausrecht berufen nach dem Motto: „Kopf in den Sand – was ich nicht sehe ist nicht da.“ Inwiefern diese Entscheidung gewaltbereite AfD-Anhänger nicht erst recht zu Aktionen gegen das Hotel veranlasst, bleibt abzuwarten.

Eines hat das Hotel hier mit Sicherheit nicht geschafft: Nämlich die Sicherheit herzustellen, die sie für sich und die Gäste haben wollen. Denn sowohl Mitarbeiter als auch Gäste werden nun das ganze Wochenende mit der Angst vor „Vergeltung“ leben dürfen.

Schakal