Nicht vernunftbegabt

Ich lebe noch…

Und darf mich wohl ausnahmsweise mal glücklich schätzen, zumindest äußerlich zu dieser ihren Namen nicht zu Recht tragenden Spezies „vernunftbegabter Mensch“ zu gehören. Wäre ich ein Wolf, müsste ich in Niedersachsen um mein Leben fürchten, wenn ich es gestatte, Menschen meinen Lebensraum betreten zu lassen und ich  ihnen dennoch nichts tue. Und wenn ich ihnen während meiner Streifzüge friedlich begegne   – und ihnen AUCH nichts tue  wenn sie mich mit Erde beschmeißen.

Zum Glück distanziere ich mich so gut wie es geht von dieser widerlichen und verachtenswerten Spezies so gut es geht – im Gegensatz zu dem Wolf, der wohl leider den Fehler gemacht hat, nicht in seinem Revier zu bleiben und es gewagt hat, auf Menschen zuzugehen – und zwar nicht, um sie anzufallen. Jetzt muss er damit rechnen, dass er aus dem Wolfrudel „ausgegliedert“ (CDU-Sprech), also im schlimmsten fall getötet wird.

Merke: Bist du kein Mensch, halte dich von den Menschen fern. Bist du ein Mensch, verhalte dich so, wie es die CDU will. Ansonsten läuft du Gefahr, „ausgegliedert“ zu werden.

So ein Verhalten ist der Grund, warum außerirdisches, friedliches, intelligentes Leben niemals Kontakt mit dem Homo-no-sapien aufnehmen wird.

Schakal

Quellen:

Menschenallergie

Heute waren mal wieder meine besonderen Freunde, die Alltagsidioten, anwesend. Diesmal in Form von Führungspersönlichkeiten, denen ich mitteilte, dass ich auf Grund einer akuten (und ziemlich ansteckenden) Infektion nicht vor habe, die Kollegen anzustecken. Mehr oder weniger indirekt wurde mir unterstellt, ich würde am Telefon die Krankheit vortäuschen. Natürlich. Ich huste mir seit 2 Wochen  die Lunge aus dem Leib und bekomme unter anderem spontane Schwitzattacken, ohne dass ich zum Arzt gerannt bin, weil auf Grund von Fehlplanungen seitens der Führungsriege nicht genug Leute für bestimmte Positionen da sind. Gibts eigentlich ’n Mittel gegen Menschenallergie? Außer mit  „Freundlichkeit“, mit der man auf diese Vollhonks zugehen kann? So oft wie „Freundlichkeit“ schon gebraucht wurde, muss die sicher bald in Serienproduktion.

Schakal (der sich jetzt erstmal hinlegt)

Blog-Battle 22: fremd

Es ist Samstag früh. Um 7:00 Uhr dröhnt ein infarnalischer Lärm aus dem Fenster in meinen Gehörgang und beendet den bislang so tiefen Schlaf abrupt. Ein Laubblasgerät beschallt meine Ohren. Bereits vor dem Aufstehen macht sich das erste Mal dieses Wort – dieses Gefühl – in mir breit.

Nachdem ich das Fenster, welches als einzige Kühlquelle über Nacht es ermöglicht, der tagsüber entstandenen Hitze in diesem Raum etwas Linderung zu verschaffenen, geschlossen habe, begebe ich mich nach den üblichen Ritualen zum Start in den Tag zum nahegelegenen Bäcker. Eingehüllt in schwarz und mit Schallabschottung auf den Ohren betrete ich den Gehweg, der wohl das Eigentum eines mich fast über den Haufen (mit Kopfhörern auf den Ohren) fahrenden Radfahrers zu sein scheint, der im Augenwinkel über eine Straße heizt und dabei einen Autofahrer zur Vollbremsung zwingt.

Gezwungenermaßen nehme ich vor dem Überqueren der Straße meinen Schallschutz von den Ohren, die gerade die Textzeile „Ich hasse es immer noch, die Anwesenheit von mir nicht geduldeter Lebewesen in meiner Nähe ertragen zu müssen“ von Samsas Traum’s „Angst II“  vernahmen und – nach Überqueren der Straße – das Brüllen eines Erwachsenen, der sein weinendes Kind immer wieder anschreit, vernehmen. Und wieder ist es da: Dieses Gefühl – dieses Wort.

Beim Bäcker angekommenen werde ich erneut dazu gedrängt, meine Ohren  dem Song „Meine Welt“ von Lacrimosa abzuwenden und den Mitexistenzen zu widmen. Ein Mann deutlich älteren Semesters steht etwas weiter vor mir an der doch recht großen Schlange. Er möchte 2 Brötchen mit einem 50-Euro-Schein bezahlen. Auf den freundlichen Hinweis der Verkäuferin, dass, wenn jeder mit 50 Euro 2 Brötchen zahlen würde, sie kein Kleingeld mehr hätte, gibt es eine pampige und unfreundliche Reaktion seitens dieser Existenz. Und auch hier spricht die Musik mir aus der Seele: „Wer weiß schon denke, was ich fühle?“… wenn ich solche Ignoranten ertragen muss. Nachdem ich mit selbstverständlich vorher abgezähltem Kleingeld meine Brötchen bezahle, verlasse ich den Laden – begleitet von diesem Gefühl – diesem Wort.

Fernab menschlichen Treibens ziehe ich mich in mein Reich zurück, welches nun – nachdem das Insekteneinsauggerät seine naturfeindliche Arbeit getan hat und schweigt – erstmal belüftet wird, bevor die von vielen so erhoffte Hitze meinen Kreislauf wieder vor Herausforderungen stellt und die Wohnung auf einen Wert aufheizt, bei dem an einen spätereren, gesunden Schlaf nicht zu denken ist.

Nach einiger Zeit der durch Vogelgezwitscher begleiteten Stille überlege ich während des Frühstücks einen möglichen Ansatz für meinen neuen Blogtext im Rahmen des Blog-Battles, bei dem sich besonders auf Grund mancher Kommentare und Ansichten schon öfter dieses Gefühl breitmachte – besonders, wenn diese einen persönlichen und emotionalen Beitrag anders (schlechter) bewerten, als ein völlig zusammenhangloses, kritisches Aneinanderreihen menschlicher Handlungsweisen, welches dann auch noch als bislang bester Blog-Battle-Beitrag von allen angesehen wird, obwohl er nichts persönliches und eigenständiges enthielt. In solchen Momenten – und auch beim ansehen kabarettistischer Beiträge – ist dieses Gefühl besonders stark.

Genauso stark ist dieses Gefühl auch  dann, wenn Kommentatoren bemängeln, dass das Stichwort in einem Text nicht oder nicht oft genug benannt wird. Wie diese Leute wohl das Album „Sehnsucht“ von Lacrimosa bewerten würden, in denen das Wort ‚Sehnsucht‘ außer in dem Namen eines Titels nirgends vorkommt? Und wieder kommt mir ein Textabschnitt in den Sinn: „Wenn müde Zungen sich verknoten und die Dummheit wieder zirkuliert, siegt in jedem schwachen Herz die Intoleranz. Ein Angriff als Verteidigung und die Schlacht beginnt“. Aus den Gedanken und der Stille heraus weiß ich, dass dieses Lied – der Brennende Komet von Lacrimosa – das nächste ist, was ich mir anhören werde.

Nachdem ich meine Schreibmaschine, auf der man nebenbei auch noch Spielen, Musikhören oder Videos schauen kann, angeworfen habe, wird zunächst ein  bisschen Zeit mit genau solchen Beschäftigungen totgeschlagen, bis die 2. Pflicht dieses Tages ruft. Wieder hülle ich mich in schwarz und verlasse samt einigen Einkaufsbeuteln die Wohnung – diesmal ohne schützende Kopfhörer. Diesmal werde ich nicht von einem Harakiri-Radfahrer fast überfahren, sondern komme gefahrlos über Fußweg und Straße, auch wenn der Autofahrer, den ich an einer Kreuzung vorbei ließ, offensichtlich eine Blinkerbetätigungsphobie hat. Ich laufe Richtung Stadtbahn und sehe von weitem, wie eine Frau statt über den 50 Metern entfernten Überweg über das Gleisbett läuft, dabei stürzt und auf die Gleise fällt. Der mit an dieser Stelle gut 60 km/h heranrasende Stadtbahnfahrer kann auf Grund der weiten Sicht gerade noch rechtzeitig bremsen. An anderen Stellen des Stadtbahnnetzes hier wäre dies ihr letzter Mangel an Selbst- und Umgebungsreflketion gewesen. Inzwischen hat die Dame das Gleisbett verlassen und läuft scheinbar taubstummblindblöd bei Rot über eine Ampel, um die Bahn auf der gegenüberliegenden Seite noch zu erreichen, die aber schon längst abfahrbereit am Bahnsteig steht. Das Gefühl – dieses Wort – ist auch beim Betrachten dieser Szene präsent.

Omnipräsent ist es vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln. So auch heute. Das erste, was mir beim Betreten in den Zug entgegenschallt, ist der blecherne Klang von einem deutsch-rappenden Hirnfeulniserzeuger aus nicht-schallisolierenden In-ear-Hörern einer Gestalt, die sich in Klamotten in die Öffentlichkeit traut, die man eigentlich nur für Trainingszwecke im Sport gedacht sind. Ich versuche, zwischen mir und dem Klangungeheuer so viel Abstand wie möglich herzustellen und setze mich ans andere Ende des Wagens. Hier werden meine Ohren jedoch von den neuesten Menstruationsbeschwerden einer Mitfahrerin gequält. Und wieder schießt mir eine Textzeile von heute morgen aus „Angst II“ durch den Kopf: „Angst macht mir in solchen Augenblicken lediglich das Gefühl, in dem ich mir eingestehen muss, dass diese beiden Menschen keinen blassen Schimmer davon haben, was in der Welt um sie herum passiert.“

Dieses Gefühl macht sich dann auch im Einkaufstempel breit. Dass der Mensch nicht gerade der hellste Stern in am Evolutionsfirmament ist, zeigt sich auch hier. Anstatt die Einkaufskörbe möglichst so abzustellen, dass sie nicht vor Regalen oder in schmalsten Gängen stehen, wird genau das gemacht. Schiebt man diese dann aus dem Weg, erntet man dann entsprechende Körperreaktionen. „Wann kommt die Flut?“ frag ich mich dann, die Melodie dieses Evergreens von Joachim Witt und Peter Heppner im Kopf summend. Als ich an die Kasse komme, stehen dort 3 Leute vor mir. Hinter mir wird nach einer 2. Kasse gebrüllt – bevorzugt von Leuten, die stundenlang Obst mit ihren ungewaschenen Händen antatschen und dann doch nicht mitnehmen.

Selbiges gilt auch für Zeitungen, bei denen ich immer öfter frage, ob das, was dort abgedruckt wird, noch Jouralismus ist. Mit Kopierpasta werden dort  Agenturmeldungen abgedruckt, ohne diese kritisch zu hinterfragen und jeden Tag mindestens eine Sau durch den Blätterwald getrieben, während die Auswirkungen und Ursachen von Krieg, Gewalt, Terror, Klimaveräderung und Umweltzerstörung kaum Platz finden. Da wird  lieber über den endlich einkehrenden Sommer gejubelt. Aber das hatten wir ja schon.

Bis ich wieder zuhause bin, erlebe ich noch viele weiteren Szenen und Ereignisse, in denen ich mich unter all den Menschen so fühle, wie es dieses Wort beschreibt. So wie diese Zeile von Black Heavens „Ich sehe“:

„Die Welt, in der wir  leben – die man so gern verspricht -, ist nicht die Welt für jeden, der daran zu zerbricht.“

Schakal

Noch mehr Wörter (und Gefühle) gibts hier:

Ichigo Komori
Das Wetterschaf
Pal-Blog
Chelsea
Justine
The Lisa/Lilly
Laura
Dark Lord
Wicca

Blog-Battle 20: Selbstverständlichkeit

Zu einer gewissen Selbstverständlichkeit scheint es seit gut 20 Wochen geworden zu sein, zusammen mit einigen Mit-Bloggern das Hirn durch zu pusten und quasi „auf Kommando“ zu einem Stichwort etwas zu schreiben. Das klappte bislang auch recht gut und kann gern so beibehalten werden. Wie selbstverständlich programmiert man seine Blogschreibhilfesoftware so, dass diese dann auch genauso pünktlich um 12 Uhr den bereits vorerfassten Blogtext serviert wie in gutbürgerlichen Familien das Mittagessen zur selben Zeit. Da  das irgendwie in letzter Zeit irgendwie nicht so klappt, wie ich das gerne möchte, werde ich ab sofort die Dinge wieder selbst in die Hand nehmen, und meine Beiträge manuell veröffentlichen. Selbstverständlich um 12. Oder auch nicht. Wenn ich nicht da bin, ist das halt eben so.

Generell scheint der Mensch recht schnell Dinge als selbstverständlich zu erachten, wenn diese in gewisser Regelmäßigkeit auftauchen. Bei mir auf Arbeit zum Beispiel gab es vor einiger Zeit die Erlaubnis, bei einer überschaubaren Menge an Arbeit Freitags bei sommerlichen Temperaturen nach Rücksprache früher Feierabend machen zu dürfen. In dieser Vorgabe stecken vier Voraussetzungen. Was macht der vernunftbegabte Mensch daraus? Er fragt neuerdings jeden Freitag, ob er früher Feierabend machen darf – nur weil genau diese Konstellation zufällig in 3 aufeinanderfolgenden Wochen eintrat. Dann wiederum wundert sich Otto Normalo, warum er es eben nicht darf, weil zum Beispiel noch genug zu tun ist und blökt dann was von wegen „Ja, aber die letzten Freitage durften wir das doch auch.“

Neben dem Verhalten der meisten Menschen sind auch so manche Phrasen der Menschen etwas, was mir die Schakalnackenhaare zu Berge stehen lässt. Welchen Sinn Sätze haben, die mit einem zustimmenden Widerspruch anfangen, hab ich bislang genauso wenig verstanden wie die inflationäre Verwendung des Wortes „Leider“ bei jeder noch so harmlosen Bemerkung, dass irgendetwas nicht geht, klappt, usw. Leider ist es mir nicht möglich, den Beitrag bis 12 Uhr fertigzustellen. Bla. Dieses unterschwellige Entschuldigenmüssen für einfachste Fakten oder Banalitäten scheint heute für viele auch selbstverständlich zu sein.

Auch sonst fragt sich der Mensch bei vielen alltäglichen Dingen nicht mehr, was nötig ist, um diesen Standard, den wir in den vermeintlich hochentwickelten Industrienationen haben. Wir schalten das Licht ein, ohne uns zu fragen, welche Leistung dafür nötig ist. Wir kaufen uns jedes Jahr die nach geplanter Obsoleszenz eh kaputtgehenden Smartphones der neuesten Generation ohne uns zu fragen, was mit den meistens noch funktionsfähigen Geräten passiert oder was für natürliche Ressourcen in jedem dieser elektronischen Geräte stecken, die nicht mehr darauf ausgelegt sind, lange zu halten, sondern den Profit gieriger Unternehmen zu maximieren. Wir fragen uns nicht, wo das Öl herkommt, das wir verbraten, um mit der eigenen Kutsche 100 Meter zum Bäcker zu fahren. Es ist uns egal, dass wir für das massenweise Ausdrucken von Werbezeitschriften Regenwälder und damit unsere Existenzgrundlage fällen.

Wir erwarten wie selbstverständlich, dass die Natur sich schon von selbst in dem Tempo regeneriert, wie wir sie zerstören und ausbeuten; und wenn sie das nicht kann, sind wir so überheblich, dass wir an Altkleiderboxen Phrasen wie „die Natur braucht Hilfe“ schreiben. Die Natur braucht nur eines: Keine Menschen.

So gleichgültig-selbstverständlich wie der Mensch mit der Existenz der Natur umgeht, geht er auch mit sich selbst um. Er erwartet, dass die ihm wichtigen Personen einfach immer da sind. Dass der Mensch jedoch auch nur ein Maximalhaltbarkeitsdatum hat – wie die Lebensmittel die er arglos entsorgt, obwohl sie noch lange Zeit genießbar wären – vergisst er dabei. Er vergisst, dass  Freundschaften, Ehen und Lebensgemeinschaften gepflegt werden müssen. Dazu gehört es eben nicht nur darauf zu vertrauen, dass diese Personen einfach da sind.

Hierzu kann ich ein schönes Beispiel aus meiner Verwandtschaft geben. Für meine Oma, die 5 Kinder hat, wurde zu ihrem 80. Geburtstag eine große Geburtsfeier veranstaltet, bei der die gesamte Familie eingeladen und auch größtenteils anwesend war. Dort wurde dann festgestellt, dass man ja (obwohl man größtenteils in der selben Stadt wohnt) sich viel zu selten sieht und man doch mal öfter etwas zusammen unternehmen könnte. Demnächst feiert meine Oma ihren 85. Geburtstag und bei den leeren Phrasen ist es geblieben.

Auch diese Menschen gehören zu der sorte Leute, die erst dann merken, was sie am anderen haben, wenn diese unter der Erde liegen. Wer jedoch im Diesseits kein Interesse zeigt, der braucht dann auch keins zu zeigen, wenn der jeweils andere unter der Erde liegt. Dieses Beispiel zeigt deutlich die Kälte, die die Menschen doch so oft kritisieren. Wie selbstverständlich wird die Existenz der anderen Geschwister hingenommen. Aber wehe, man schafft es dann nicht zu den Beerdigungen. Dann darf man sich Vorhaltungen anhören, man hätte ja kein Interesse und Respekt.

Auf Interesse und Respekt kann ich, wenn ich unter der Erde liege, verzichten. Dann kann ich ihn  a) nicht erwidern und b) bekomme davon eh nix mehr mit. Ich erwarte selbstverständlich, dass diese Dinge mir zu Lebzeiten entgegegen gebracht werden.

Schakal

Selbstverständlich beteiligen sich auch diese Blogger an dem Battle:

Ichigo Komori
Das Wetterschaf
Pal-Blog
Chelsea
Justine
The Lisa/Lilly
Laura
Dark Lord

Blog-Battle 19: Spurlos

Aus seiner Quelle bahnt sich der Fluss seinen Weg in sein Bett durch den Wald. Spurlos Mensch, der ihn mit seinen Abfällen verunreigt und versucht, ihn in ein vorgegebenes, gerades und unnatürliches Bett zu zwängen oder ihn seiner Bewohner beraubt. Das klare Wasser fließt vorbei an einem Rudel Wölfe, die den Fluss zum Tranke nutzen. Spurlos der Mensch, der sie wegen ihrer Fälle oder hanebüchenen Ängsten und Geschichten ausrotten will. Auf seiner Reise durch die Natur sieht der Fluss ein Krokodil, dass sich in ihm suhlt. Spurlos der Mensch, der ihren Bestand wegen ihrer Häute und des Fleisches dezimiert. Der Fluss mündet in den Ozean. Spurlos der Mensch, der ihn bereist oder ihn mit Müll und Öl verseucht.

Der Wal in ihm kann seine Bahnen ziehen. Spurlos der Mensch, der ihm aus Profitgier das Leben schwer macht. Im Norden wandelt sich das Wasser zu Eis – der Lebensraum für unter anderem Polarwölfe, Eisbären und Robben. Spurlos der Mensch, der ihren Lebensraum zerstört und bedroht. Der Ozean beheimatet neben anderen Lebenwesen des Wassers den Hai, der von den Menschen ungefärdet sich auch mal dem Strand nähren kann. Spurlos der Mensch, der in seinen Lebensraum eindringt oder die Strände heimsucht.

Der Strand mündet alsbald in einen Steppen- und Wüstenlandschaft. Ungefährdet können die Kamele und Pferde ihrem Leben nachgehen. Spurlos der Mensch, der sie einst zu Reittieren degradierte. Auch die Spinnen weben hier und da ungestört ihre Netze. Spurlos der Mensch, der sie wegen ihres Äußeren zertritt oder erschlägt. Unbehelligt schwirren und summen die Mücken, Fliegen, Bienen, Wespen und alle anderen Insekten durch die Fauna und Flora dieser Landschaft. Spurlos der Mensch, der ihnen zu nah kommt.

Auf der anderen Flussseite ist der Sumpf der Lebensraum unzähliger Tiere und Pflanzen. Spurlos der Mensch, der in ihren Lebensraum eindringt und die Bewohner verdrängt. Auch der nahe Regenwald wird nicht gestört. Spurlos der Mensch mit seinen Maschinen, die ihn roden, fällen, wiederverarbeiten und ausbeuten will.

Und durch alle diese Lebensräume fließt immer noch das Wasser als Quelle allen Lebens. Er fließt vorbei an den von der Natur zurückeroberten Städten. Spurlos der Mensch, der sich in seinem letzten Krieg gegen sich selbst zerstörte.

Schakal

Nachtrag; WP hat nicht wie gewünscht den Beitrag um 12 veröffentlicht. Daher etwas später.

Diese Blogs könnten Spuren von anderen Menschmitstreitern erhalten:

Ichigo Komori
Das Wetterschaf
Pal-Blog
Chelsea
Justine
The Lisa/Lilly
Laura
Dark Lord

Blog-Battle 16: Intelligenz

Willkommen bei „Unter intelligenten Menschen“. Eine Sammlung aus der Realität entnommenen Handlungsweisen intelligenter Menschen, bei denen man sehr dicke Wände braucht, damit diese dem Kopfdagegenschlagen standhalten.

Der intelligente Mensch von heute sitzt in einer Stadtbahn. Da er an der nächsten Haltestelle aussteigen möchte, geht er Richtung Tür. Während des Weges ertönt der Hinweis: „Türen öffnen links.“ In Sekundenschnelle verarbeitet der intelligente Mensch diese Information und stellt sich wartend an die Tür rechts.

Der intelligente Mensch von heute schaut auf einer Videoplattform im Internet ein Video zu einem Spiel, was demnächst veröffentlicht wird. Er fragt sich, wann das Spiel denn erscheint. Er weiß, dass er über eine x-beliebige Suchmaschine oder eine Einkaufsplattform das Ergebnis finden wird. In Sekundenschnelle verfasst er einen Kommentar (unter Tausenden) unter das entsprechende Youtube-Video und fragt nach dem Veröffentlichungstermin.

Der intelligente Mensch von heute kommt von der Arbeit nach Hause. Zur Entspannung schaut er eine Dokumentation zum Thema Klimaveränderung, Umweltzerstörung und Naturschutz. Nachdem er diese Information über Nacht verarbeitet hat, steigt er am nächsten Morgen in seinen Sportwagen, um erst 100 Meter zur Bank und dann 200 Meter zum Bäcker zu fahren.

Der intelligente Mensch von heute sympathisiert mit AfD und PEGIDA, gibt Ausländern herablassende Bezeichnungen und will mit denen auch nichts zu tun haben. Selbstverständlich fährt dieser intelligente Mensch unter anderem ein französisches Auto, geht gerne chinesisch, türkisch oder italienisch essen und lässt sich seine Übergrößen-Klamotten bei einem Osteuropäer nähen.

Der intelligente Mensch von heute hat etwas gegen islamische Einflüsse in Deutschland. Da wir in Deutschland ja schon so oft mit Kopftüchern rumliefen, nennt er als Grund hierfür, dass er „nicht wieder mit einem Kopftuch herumlaufen möchte“. Konsequenterweise unterhält sich dieser Mensch mit einem aus einem islamischen Land stammenden Briefträger und geht auf ein von einem aus einem islamisch Land stammenden Menschen organisiertes Fest.

Der intelligente Mensch von heute hat Diabetes und hat in Folge dessen starke Schmerzen im Fuß. Nachdem er sich über die Folgen dieser Krankheit informiert hat, bekam er vom Arzt aufgetragen, auf Süßes zu verzichten und den Fuß nicht zu belasten. Nachdem er sich das alles hat durch den Kopf gehen lassen, humpelt er mit schmerzverzogenem Gesicht auf Arbeit, nervt mit seinem Leiden alle Kollegen und verdrückt 10 Schokoladen-Ostereier.

Der intelligente Mensch von heute ist Mutter eines schulpflichtigen Kindes. Sie regt sich über verantwortungslose Mütter auf, die mit 60 noch mal schwanger werden, oder andere Mütter, die sich nicht für die Interessen und die Zukunft ihrer Kinder interessieren. Da sie ja alles besser macht, fragt sie dann bei einem Elternabend, warum denn in der Schule die Hausaufgaben nicht gemacht würden. Das wäre schließlich Aufgabe der Schule und nicht der Eltern.

Der intelligente Mensch von heute hat eine labile Psyche, die leicht aus dem Gleichgewicht gerät. Gleichzeitg pflegt dieser Mensch einen luxusentsagenden Lebensstil, ist politisch interessiert und ernährt sich von Bio-Produkten. Im Wissen um seine labile Psyche, die man schützen sollte, liest er viele alternative Nachrichten, was seiner Psyche nicht gut tut. Er missioniert auf eine teilweise aufdringliche und herablassende Art und Weise mit seinem Lebensstil und wundert sich, warum manch anderer entsprechend genervt und aggressiv reagiert, was ihn auch wieder psychisch mitnimmt.

Der intelligente Mensch von heute ist stark übergewichtig und pflegt einen langsames Tempo beim Gehen und hat dazu noch einen gehbehinderten Sohn. Beim Autofahren regt sich dieser Mensch über Menschen auf, die langsam über Fußwege gehen.

Der intelligente Mensch von heute ist in diesem Fall Gothic hört und geht gerne auf Konzerte einer Band, deren Frontmann es nicht gerne sieht, wenn statt klatschenden Hände Smartphones in die Höhe gehalten werden. Als selbstverständlich den „Buntis“ so überlegener Mensch, der ja so tolerant ist, achtet er natürlich den Wunsch des Künstlers und hält nur bei einem bestimmten Lied die ganze Zeit das Smartphone hoch – und zwar das, was dem Sänger am nächsten geht. Auf die nachfolgende Ansage des Sängers, dass dieses Lied nur noch für Freunde gespielt wird, die ihre Handys für sich behalten, reagiert er verwundert.

Der intelligente Mensch von heute schreibt Kinderbücher, in denen es um Werte und Umgangsformen geht, die heute weitestgehend aus der Mode gekommen sind. Dieser Mensch entdeckt auf einem kleinen Privat-Weblog ein angeblich von ihm stammendes Zitat, dass der Blogger aus den Weiten des Intetnetz ohne nachvollziehbare Quelle gefunden hat. Natürlich ist sich dieser Mensch seiner Vorbildfunktion als Kinderbuchautor bewusst und drängt den Privatblogger unter Androhung eines Anwalts zu einer Zahlung eines zweistelligen Betrages.

Der intelligente Mensch von heute wundert sich über Misanthropen während er sich weiterhin so oder so ähnlich benimmt.

Schakal

Weiteres intelligentes gibt’s hier zu lesen:

Ichigo Komori
Pal-Blog
Chelsea
Justine 
Dark Lord 

Sonne (Reprise)

Heute war ja der erste Tag, an dem die Sonnenanbeter mal wieder zur Sonne beten durften… bzw. wollten. Selbige hat sich nämlich spontan fast den ganzen Tag hinter Wolken verkrochen. Und so blieb ihnen nur das Meckern über das schwüle Wetter, von denen man ja Kopfschmerzen und Migräne bekommt. Ich wiederhol mich ja nur ungern, aber: Im Winter passiert sowas irgendwie nie. Irgendwie ist sie ja schon drollig, diese Spezies. Ich weiß nur manchmal nicht, ob ich darüber lachen oder heulen soll.

Ich lach mal zur Abwechslung, während gerade der ach-so-schlimme-Sturm, der im Norden ja üblicherweise „büschen Wind“ genannt wird, durch die Wohnung zieht.

Schakal