Nicht vernunftbegabt

Ich lebe noch…

Und darf mich wohl ausnahmsweise mal glücklich schätzen, zumindest äußerlich zu dieser ihren Namen nicht zu Recht tragenden Spezies „vernunftbegabter Mensch“ zu gehören. Wäre ich ein Wolf, müsste ich in Niedersachsen um mein Leben fürchten, wenn ich es gestatte, Menschen meinen Lebensraum betreten zu lassen und ich  ihnen dennoch nichts tue. Und wenn ich ihnen während meiner Streifzüge friedlich begegne   – und ihnen AUCH nichts tue  wenn sie mich mit Erde beschmeißen.

Zum Glück distanziere ich mich so gut wie es geht von dieser widerlichen und verachtenswerten Spezies so gut es geht – im Gegensatz zu dem Wolf, der wohl leider den Fehler gemacht hat, nicht in seinem Revier zu bleiben und es gewagt hat, auf Menschen zuzugehen – und zwar nicht, um sie anzufallen. Jetzt muss er damit rechnen, dass er aus dem Wolfrudel „ausgegliedert“ (CDU-Sprech), also im schlimmsten fall getötet wird.

Merke: Bist du kein Mensch, halte dich von den Menschen fern. Bist du ein Mensch, verhalte dich so, wie es die CDU will. Ansonsten läuft du Gefahr, „ausgegliedert“ zu werden.

So ein Verhalten ist der Grund, warum außerirdisches, friedliches, intelligentes Leben niemals Kontakt mit dem Homo-no-sapien aufnehmen wird.

Schakal

Quellen:

Menschenallergie

Heute waren mal wieder meine besonderen Freunde, die Alltagsidioten, anwesend. Diesmal in Form von Führungspersönlichkeiten, denen ich mitteilte, dass ich auf Grund einer akuten (und ziemlich ansteckenden) Infektion nicht vor habe, die Kollegen anzustecken. Mehr oder weniger indirekt wurde mir unterstellt, ich würde am Telefon die Krankheit vortäuschen. Natürlich. Ich huste mir seit 2 Wochen  die Lunge aus dem Leib und bekomme unter anderem spontane Schwitzattacken, ohne dass ich zum Arzt gerannt bin, weil auf Grund von Fehlplanungen seitens der Führungsriege nicht genug Leute für bestimmte Positionen da sind. Gibts eigentlich ’n Mittel gegen Menschenallergie? Außer mit  „Freundlichkeit“, mit der man auf diese Vollhonks zugehen kann? So oft wie „Freundlichkeit“ schon gebraucht wurde, muss die sicher bald in Serienproduktion.

Schakal (der sich jetzt erstmal hinlegt)

Sonne (Reprise)

Heute war ja der erste Tag, an dem die Sonnenanbeter mal wieder zur Sonne beten durften… bzw. wollten. Selbige hat sich nämlich spontan fast den ganzen Tag hinter Wolken verkrochen. Und so blieb ihnen nur das Meckern über das schwüle Wetter, von denen man ja Kopfschmerzen und Migräne bekommt. Ich wiederhol mich ja nur ungern, aber: Im Winter passiert sowas irgendwie nie. Irgendwie ist sie ja schon drollig, diese Spezies. Ich weiß nur manchmal nicht, ob ich darüber lachen oder heulen soll.

Ich lach mal zur Abwechslung, während gerade der ach-so-schlimme-Sturm, der im Norden ja üblicherweise „büschen Wind“ genannt wird, durch die Wohnung zieht.

Schakal

Die 1 Cent-Frage

Willkommen bei Wer wird Millionär. Wie reagiert man, wenn man erfährt, dass man auf Grund Arbeitsmangels die nächsten Tage jeweils gut 1-2 Stunden früher nach Hause gehen darf?

a) sich freuen

b) sich stundenlang mit anderen darüber aufregen, dass nichts zu tun ist

c) sich stundenlang mit anderen darüber aufregen, dass die Überstunden (die man ja „verplant“ hat) dafür drauf gehen

d) sich stundenlang mit anderen darüber aufregen, dass das Wetter zum Überstundenabbau doch so schlecht wäre.

Der Großteil meiner Arbeitskollegen wäre an dieser Fragestellung gescheitert. Hab ich schon mal erwähnt, dass ich Menschen verabscheue?

Schakal

Alltagsidioten I: Über Überstunden, Überanstrengungen und Übermenschen

Diese Woche gab es gleich 3 Kandiaten, die sich das Prädikat Alltagsidiot auf die Stirn stempeln dürfen. Das sind für mich Leute, die auf Grund ihrer Äußerungen und/oder Handlungen, einem – wenn auch nur kurz – auf den Nerv gehen können. Kurz kommentiert hier also Eindrücke, die mir unter anderem diese Woche so begegnet sind:

Um den Grund für die erste Situation zu verstehen, muss ich kurz etwas ausholen: Ich arbeite in einem Unternehmen, in dem im Herbst und Winter normalerweise sehr viel zu tun ist und im Sommer teilweise so wenig, dass man ganz zu Hause bleiben kann. Dafür häuft man halt in den entsprechenden Monaten Überstunden an. Soweit, so logisch.Diese Woche bekamen wir samt ausführlicher Erklärungen eine Übersicht in die Hand, auf der stand, dass auf Grund des neuen Mindestlohngesetzes alle Überstunden aus 2013 bis Ende Januar 2014 sowie alle im Januar 2014 angefallenen Überstunden im Januar 2015 abgebaut werden müssen. Für Februar, März, usw. gilt zukünftig das selbe.

An sich logisch und aus Arbeitnehmersicht ein sinnvolles Gesetz, was zumindest in unserem Fall auch einfach umzusetzen ist – aus den genannten Gründen. Offensichtlich war das schon wieder zu viel für das durch Dschungelcamp zugemüllte Hirn der meisten meiner Arbeitskollegen. Da fielen Sätze wie „Da kann man ja gar nichts planen.“ „Wer denkt sich so einen Mist aus.“ „Die sollen sich um andere Dinge kümmern.“ Und so weiter. Hätte man mal für 10 Sekunden nachgedacht (und nachgerechnet), wäre man zu dem Schluss gekommen, dass man insbesondere im Sommer deutlich mehr Überstunden abbaut, als aufbaut. Und auch die anderen Fragen lassen sich einfach beantworten. Dass diese Gesetze dem immer weiter ausufernden Überstundenwahn zumindest etwas bremsen wollen, ist doch an sich was Gutes. Inwiefern das in jedem Betrieb umzusetzen ist, ist die andere Frage.

Gleichzeitig sind es genau die Leute, die im Sommer dann wieder mit wachsender Begeisterung bei 30 Grad im Großraumbüro ohne Klimaanlage sitzen, vor sich hin schwitzen und in ihr eh schon unerwünschtes Antlitz in noch unerwünschtere Presswursthüllen verpacken bzw. nicht verpacken müssen. Dazu passend lernte ich diese Woche ein Lied kennen, welches sehr gut dazu passt. Idisco von Farin Urlaub Racing Team. Hier ein Auszug: „Du bist umgeben von Idioten, lebendigen Toten. Du bist umgeben von Schwachmaten – sie wissen nichts, sie raten. Und haben immer recht.“

Die nächsten beiden Situationen fanden in der Stadtbahn statt. Schon fernab des Feierabendsverkehrs fuhr ich in einer vielleicht zur Hälfte gefüllten Bahn nach Hause. Mit mir stieg eine Frau ein, die ein ziemlich unförmigen, hohen und breiten Karton mit sich trug, den sie so stellte, dass man problemlos daran vorbeikommen könnte, wenn man halt mal einen Schritt nach links machen würde. Die Sitze sind seitlich angeordnet, sodass also mehr als genug Platz gewesen wäre. Lediglich die beiden Plätze direkt am Wagenrand waren so nicht zugänglich, was aber auf Grund der Leere der Bahn auch kein Problem gewesen wäre.

Ich habe nicht mal richtig den Gedanken „Mal gucken, wann ein Honk auf die Idee kommt, sich ausgerechnet da hinsetzen zu wollen“ zu Ende gedacht, als an der nächsten Haltestelle genau so ein Hauptschüler Ohne Nennenswerte Kenntnisse genau das tat. Dabei schob er mit seinem überdimensionierten Rucksack den Karton so, dass die Dame davon fast getroffen worden wäre. Als die Bahn anfuhr, hielt der Typ sich natürlich nicht fest und fiel fast auf eine andere Person und schlug mir wegen seiner hastigen Armbewegungen fast die Brille von der Nase und trat mir natürlich noch auf die Füße. Natürlich genoss dieser Mensch eine gute Erziehung und lernte, sich zu entschuldigen. Zwischen lernen und anwenden liegen allerdings manchmal Welten.

Kurz später stieg eine Frau mit Koffern ein, die ein Kleidungsstück auf selbigen legte. Als sie einige Stationen später aufstand und zur Tür gehen wolle, bemerkte sie nicht, dass dieses Kleidungsstück runtergefallen war und liegenblieb. Auf Grund der Länge zwischen beiden Stationen wartete ich kurz ab, ob und wie die hochentwickelte und so soziale Spezies um mich herum reagieren würde. Gar nicht. Da musste erst der böse, schwarze Mann aufstehen um ihr das Kleidungsstück zu geben. Diese bedankte sich dann mehrfach. Und wieder musste ich an die Zeilen von Mantus denken: „So bin ich den Wölfen manchmal näher, als ich den Menschen jemals war.“

Apropos Wölfe: In einem Artikel der Lokalpresse ging es mal wieder um Wölfe. Unter anderem wurden Schäfer interviewt, die Sätze sagten wie: „Der Wolf hat hier kein Lebensrecht“, Wölfe seien „Schädlinge“ und „nutzlos wie Ratten, Flöhe oder Zecken“. Jaja, man ersetze den Wolf durch ein anderes Wort und kommt dann zu einem anderen Ergebnis. Und die Menschen wundern sich über Misanthropie. Bis auf den Teil mit der Schäferlobby ist der Artikel in der Zeitung übrigens der Erste, der nicht unberechtigte Angst vor Wölfen schürt.

Schakal