Mein erstes M’Era Luna-Festival

Ich lebe noch. Zwischen Überstunden und Hitze Zeit und Nerven zum bloggen zu finden, gestaltet sich für mich – wie ja bereits erwähnt –  ziemlich schwierig. Wenn man dann noch so irre ist, mitten in dieser Zeit zu einem Festival zu fahren, fällt dann auch gleich mal die so dringend benötigte Wochenenderholung weg. Da es sich aber nicht alle Tage ergibt, dass auf einem Festival, welches dazu noch in meiner Nähe stattfindet, sooo viele interessante Bands auftreten, habe ich diese Chance einfach mal ergriffen.

Wer meinen Blog verfolgt, der weiß, dass ich ein (unter anderem) kein Sonnen- und Hitzefreund bin. Dementsprechend habe ich vor dem eigentlichen Festival eine ziemliche Achterbahn an Gefühlen erlebt, während ich die Prognosen so gelesen hatte. Zunächst hieß es, es würde während beiden Festivaltagen durchgehend 30 Grad und mehr werden. Gedanklich habe ich hier schon mit dem Festival abgeschlossen, da ich bei 30 Grad so ein Festival nicht genießen kann. Dann wurden die Vorhersagen immer besser, bis sie 3 Tage vorher den Idealwert von 24 Grad bei wolkenverhangenem Himmel an beiden Tagen herrschen würde. Erst einen Tag vorher hieß es dann, dass der zweite Tag 28 Grad und Dauersonnenschein bereithalten würde. So kam es dann auch. Aber der Reihe nach.

Tag 1 startete bei Erwachen mit Regen. Dieser klang jedoch während der Fahrt zum Festivalgelände ab. Dort angekommen haben meine Begleiter und ich und erstmal in alle Himmelsrichtungen verstreut. Ich nutzte die Gelgenheit, um mir erstmal einen Überblick über das Gelände – ein ehemaliger Flughafen – zu verschaffen. Im Vergleich zum letztjährigen Amphi-Festival ist das Mera-Gelände deutlich größer, aber auch übersichtlicher. Einige markante Orientierungspunkte halfen mir, recht schnell mich zurechtfinden – was von dem aussagefreien Lageplan, der von den Veranstaltern herausgegeben wurde, nicht gerade behaupten kann.  Es gab 2 Bühnen (Mainstage draußen und Hangar drinnen), jede Menge Sitzgelegenheiten, jede Menge Geldvernichtungsmöglichkeiten in Form von Klamotten, Accessoires, Speis und Trank und viele Wiesen, auf denen man es sich mehr oder weniger bequem machen konnte – und man dennoch genug von der Mainstage mitbekam (je nach Platz in mehr oder weniger guter Qualität).

Auf der Mainstage spielte die Symphonic-Metal-Band Elvellon, die ich mir im  Vorbeigehen angehört hatte. „Klingt wie Nightwish“ schoss es mir durch den Kopf. Ganz ok, aber in anderer Form schon zig mal gehört. Nachtgeschrei war die erste Band, die mich wirklich interessiert hat. Erst kurz vor dem Fetival durch ein Onlinerafdio kennengelernt und für gut befunden, haben sie auch live mir durchaus gefallen. Sie hatten leider nur 25 Minuten Spielzeit, was deutlich zu wenig war.

Danach meinte der böse gelbe Ball, sich präsentieren zu müssen. Ich suchte mir etwas zu speisen in Form von so genanntem Handbrot. Das war eine große Tagtasche gefüllt mit Käse und Schinken. Omnomnom. Im Vergleich zu anderem, was dort so verkauft wurde, war hier das Preis-Leistungs-Verhältnis mehr als in Ordnung. Sehr sympatisch waren die Verkäufer, die in einstudierten Jubel ausbrachen, wenn man etwas Trinkgeld daließ. Neben deren Stand schlug ich mein Zelt in Form einer schwarzen Decke auf, und zwar so, dass ich dennoch etwas von der Mainstage mitbekam.

Denn dort traten Coppelius und Ost+Front auf, die ich als nächstes auf meinem Zettel hatte, nachdem ich mir vorab alle Bands mal bei Yoube angehört hatte. Coppelius war dann doch eher nicht so meins und Ost+Front waren durchaus hörbar.  Im schönen, kühlen Hangar warteten dann Frozen Plasma und Melotron. Frozen Plasma hab ich nach 2 Liedern wieder verlassen, da ich mit 08/15-Elektro-Gedudel noch nie was anfangen konnte. Melotron waren trotz ihres hohen Eletroanteils live jedoch deutlich besser, als sie auf Youtube den Eindruck erwecken. Vor dem Meletron-Auftritt bemerkte ich allerdings auch wieder einige, die meinten, ihre Kinder ohne Hörschutz (!) in die vorderen Reihen nehmen müssen – welche dazu noch ziemlich übermüdet wirkten. Sowas find ich ziemlich verantwortungslos.

Danach ging es auf eine der Wiesen „vor“ der Mainstage. Der böse gelbe Ball konnte sich nicht mehr gegen die dichten, dunklen Wolken verteidigen und verschonte die Besucher des Festivals bis zum Ende des Tages mit seinem unerwünschten Antlitz. Auf der Mainstage trat eine Band auf, von der ich nicht allzuviele Lieder kannte, diese aber fast alle gespielt wurden. Falls sie denn dazu kamen, da das Mikro der Sängerin 3 mal streikte. Die Rede ist von L’âme Immortelle – eine Band, die ich immer schon mal sehen wollte. Der Auftritt war – abseits der Mikroprobleme – jedoch sehr ernüchternd. Beide trafen teilweise überhaupt keinen Ton, der dazu auch noch viel zu leise war, sodass man von den Emotionen, die in den Songs steckt, nicht mitgerissen worden ist. Schade.

Das erste Highlight waren dann Saltatio Mortis. Mit ihrem aktuellen und letzten Album haben sie auf Grund ihrer gesellschafts- und wirtschaftskritischen Texte auch den Weg in meinen Gehörgang gefunden. Während die langjährigen Fans diesen Weg weg vom reinen Mittelalterrock kritisieren, gefällt er mir als neutraler Zuhörer recht gut. Live bei guten Tonverhältnissen lieferten SaMo einen sehr gelungenen Auftritt ab, auch wenn permanenter Dudelsack auf Dauer immernoch recht anstrengend für meinen Gehörgang ist.

Blutleer hingegen war der Auftritt von Blutengel, die mich diesmal überhaupt nicht mitreißen konnten. Auch hier war der Ton wieder recht leise und die Ansagen, die sich irgendwie nur um’s Wetter drehten, machten es nicht besser. Einen Fauxpass erlaubte sich Herr Pohl dann noch, als er mit den Worten „VIel Spaß bei Rob Zombie und ASP“ verabschiedete und dabei ASP wie so viele als A-Es-Peh aussprach, was man als langjährige „Szeneband“ besser wissen sollte. Peinlich.

Danach begab ich michzum Campingplatz des Dunklen Leben-Forums, wo ich mich mit einigen Forenmitgliedern angenehm unterhielt und die Zeit bis ASP, die immernoch Asp ausgesprochen werden, überbrückte. Hier zeigte man mir dann auch den Weg zu den Spültoiletten, die ich irgendwie nicht so richtig selbst fand. Da die Dixie-Toiletten teilweise nicht mehr in einem so appetitlichen Zustand waren, war ich ganz froh, dass es noch Spültoiletten gab, die in einem guten und sauberen Zustand waren – so wie das ganze Festival ingesamt. Auch sonst hat mir die Organisation – mit Ausnahme der Tonprobleme – doch ganz gut gefallen. Der Mittelaltermarkt war auch eine nette Idee, jedoch nichts für mich.

Mein Highlight sollte eigentlich ASP werden, die ich in Clubs schon sehr oft gesehen hatte und dort eine tolle Stimmung verbreiteten. Ich stand wohl zuweit hinten, um mitgerissen zu werden. Auch hier gab es besonders zu Beginn einige Tonprobleme. Hier hätte ich wohl doch deutlich früher los gehen sollen, denn so sprang der (leise Ton-)Funke nicht so ganz über. Dennoch war es ein sehr gelungener Auftritt, bei dem ins Besondere „Und wir tanzten“, welches quasi nur vom Publikum gesungen werden durfte und die Akustikversion des „Schwarzen Schmetterling“ besonders herausstachen.

Ziemlich erschöpft traf ich mich dann mit meiner Begleitung, die mich wieder Richtung Heimat fuhr. Am nächsten Morgen knallte bereits der gelbe Ball über den ganzen Himmel. Ich befürchtete schlimmstes für diesen Festivaltag. Mit meiner Begleitung entschloss ich mich – auch auf Grund der kurzen Nacht, der Erschöpftheit und dem Wissen, am nächsten Tag wieder arbeiten zu müssen – früher als geplant, das Festival gegen Nachmittag zu verlassen. Wir suchten uns ein schattiges Plätzchen in Hörweite zur Mainstage, wo Unzucht und Schwarzer Engel auftraten.

Unzucht kannte ich bereits vom letztjährigen Amphi – bei dem die Band trotz der undankbaren Uhrzeit (11 Uhr) das Publikum mitrissen – und vom 5-Jahres-Jubiläum-Konzert in Hameln. zu dem ich mich ja schon äußerte. Auch beim Mera konnte die Band überzeugen und den Laden rocken. Zukünftig werden sie mit Sicherheit länger als 25 Minuten spielen dürfen. Genauso lange spielte auch Schwarzer Engel, die mir entgegen mancher vorheriger Kommentare, doch gut gefallen haben – auch wenn sie an Unzucht nicht rankamen. Danach folgte eine längere Pause meinerseits, da die kommnenden Bands mich allesamt nicht interessierten. Ich flüchtete wieder ins DL-Camp, wo jeder Schattenplatz ausgenutzt wurde (danke an dieser Stelle für den Pavillon 🙂 ). Die Sonne brannte unerbittlich auf’s Festival- und Campinggelände. Organisatorisch hätte ich mir wie beim Amphi einen Sonnenschutz über der Mainstage gewünscht, denn so konnte man es dort definitiv nicht genießen. Ich zumindest nicht.

Nach einigen unterhaltsamen Gesprächen brach ich dann wieder Richtung Festivalgelände auf, um das Highlight an diesem Tag für mich und meine Begleitung zu sehen (bzw. eher: zu hören). Ich fand einen der begehrten Schattenplätze und lauschte dort Joachim Witt, der für meinen Geschmack zuviele elektronische Lieder und zuwenige Lieder aus seinen Bayreuth-Alben spielte, die eher zu Szene passen. Dennoch war der Auftritt sehr gelungen und mitreißend. „Die Flut“ sowie  der Reiter als Abschluss durften natürlich nicht fehlen. Auf seinen Clubauftritt bin ich sehr gespannt.

Nach Witt haben wir uns dann wieder Richtung Heimat aufgemacht. Mono Inc, die Einstürzenden Neubauten und Nightwish musste ich so leider auslassen, wobei ich Mono Inc schon letztes Jahr gesehen habe und die anderen beiden eher als „Zugabe“ gedacht gewesen wären, da ich insbesondere von den Neubauten nur „Haus der Lüge“ aufgrund des Mantus-Covers kenne und Nightwish für mich das Problem haben, dass ihre ganzen Symphonie-Lieder ohne Orchester halt live irgendwie „vom Band“ klingeln. Von daher war das zu verschmerzen.

Ingesamt aber war es ein gelungenes und schönes Festival, mit vielen guten bis sehr guten Auftritten, aber auch organisatorischen Schwächen, die den Gesamteindruck doch mindern. Erschwerend kommt hinzu, dass ich während des Meras doch immer wieder Pausen hatte, in denen mich keine Band interessierte. Dies hatte ich beim letztjährigen Amphi-Festiva nur kurzzeitig. Das wichtigste ist aber, dass man sich auch unter 25.000 Besuchern in gewisser Weise sicher und im Geiste „zu Hause“ fühlt. Für mich jedenfalls ein sehr angenehmes Gefühl.

Schakal

Längere Blog-Pause

Wie einige vielleicht schon gemerkt haben, ist es derzeit etwas still hier. Das liegt vor allem daran, dass ich derzeit etliches an Überstunden schieben darf, da wir auf Arbeit sehr viel zu tun haben. Nach einem ganzen Tag am PC möchte ich verständlicherlicherweise nicht länger als nötig auch noch privat vor der Kiste hocken.

Spätestens nach dem Mera Luna (welches hoffentlich nicht zu warm wird) werd ich allerdings einen Bericht zu meinem 1. Mera-Festival schreiben. 🙂

Blog-Battle 22: fremd

Es ist Samstag früh. Um 7:00 Uhr dröhnt ein infarnalischer Lärm aus dem Fenster in meinen Gehörgang und beendet den bislang so tiefen Schlaf abrupt. Ein Laubblasgerät beschallt meine Ohren. Bereits vor dem Aufstehen macht sich das erste Mal dieses Wort – dieses Gefühl – in mir breit.

Nachdem ich das Fenster, welches als einzige Kühlquelle über Nacht es ermöglicht, der tagsüber entstandenen Hitze in diesem Raum etwas Linderung zu verschaffenen, geschlossen habe, begebe ich mich nach den üblichen Ritualen zum Start in den Tag zum nahegelegenen Bäcker. Eingehüllt in schwarz und mit Schallabschottung auf den Ohren betrete ich den Gehweg, der wohl das Eigentum eines mich fast über den Haufen (mit Kopfhörern auf den Ohren) fahrenden Radfahrers zu sein scheint, der im Augenwinkel über eine Straße heizt und dabei einen Autofahrer zur Vollbremsung zwingt.

Gezwungenermaßen nehme ich vor dem Überqueren der Straße meinen Schallschutz von den Ohren, die gerade die Textzeile „Ich hasse es immer noch, die Anwesenheit von mir nicht geduldeter Lebewesen in meiner Nähe ertragen zu müssen“ von Samsas Traum’s „Angst II“  vernahmen und – nach Überqueren der Straße – das Brüllen eines Erwachsenen, der sein weinendes Kind immer wieder anschreit, vernehmen. Und wieder ist es da: Dieses Gefühl – dieses Wort.

Beim Bäcker angekommenen werde ich erneut dazu gedrängt, meine Ohren  dem Song „Meine Welt“ von Lacrimosa abzuwenden und den Mitexistenzen zu widmen. Ein Mann deutlich älteren Semesters steht etwas weiter vor mir an der doch recht großen Schlange. Er möchte 2 Brötchen mit einem 50-Euro-Schein bezahlen. Auf den freundlichen Hinweis der Verkäuferin, dass, wenn jeder mit 50 Euro 2 Brötchen zahlen würde, sie kein Kleingeld mehr hätte, gibt es eine pampige und unfreundliche Reaktion seitens dieser Existenz. Und auch hier spricht die Musik mir aus der Seele: „Wer weiß schon denke, was ich fühle?“… wenn ich solche Ignoranten ertragen muss. Nachdem ich mit selbstverständlich vorher abgezähltem Kleingeld meine Brötchen bezahle, verlasse ich den Laden – begleitet von diesem Gefühl – diesem Wort.

Fernab menschlichen Treibens ziehe ich mich in mein Reich zurück, welches nun – nachdem das Insekteneinsauggerät seine naturfeindliche Arbeit getan hat und schweigt – erstmal belüftet wird, bevor die von vielen so erhoffte Hitze meinen Kreislauf wieder vor Herausforderungen stellt und die Wohnung auf einen Wert aufheizt, bei dem an einen spätereren, gesunden Schlaf nicht zu denken ist.

Nach einiger Zeit der durch Vogelgezwitscher begleiteten Stille überlege ich während des Frühstücks einen möglichen Ansatz für meinen neuen Blogtext im Rahmen des Blog-Battles, bei dem sich besonders auf Grund mancher Kommentare und Ansichten schon öfter dieses Gefühl breitmachte – besonders, wenn diese einen persönlichen und emotionalen Beitrag anders (schlechter) bewerten, als ein völlig zusammenhangloses, kritisches Aneinanderreihen menschlicher Handlungsweisen, welches dann auch noch als bislang bester Blog-Battle-Beitrag von allen angesehen wird, obwohl er nichts persönliches und eigenständiges enthielt. In solchen Momenten – und auch beim ansehen kabarettistischer Beiträge – ist dieses Gefühl besonders stark.

Genauso stark ist dieses Gefühl auch  dann, wenn Kommentatoren bemängeln, dass das Stichwort in einem Text nicht oder nicht oft genug benannt wird. Wie diese Leute wohl das Album „Sehnsucht“ von Lacrimosa bewerten würden, in denen das Wort ‚Sehnsucht‘ außer in dem Namen eines Titels nirgends vorkommt? Und wieder kommt mir ein Textabschnitt in den Sinn: „Wenn müde Zungen sich verknoten und die Dummheit wieder zirkuliert, siegt in jedem schwachen Herz die Intoleranz. Ein Angriff als Verteidigung und die Schlacht beginnt“. Aus den Gedanken und der Stille heraus weiß ich, dass dieses Lied – der Brennende Komet von Lacrimosa – das nächste ist, was ich mir anhören werde.

Nachdem ich meine Schreibmaschine, auf der man nebenbei auch noch Spielen, Musikhören oder Videos schauen kann, angeworfen habe, wird zunächst ein  bisschen Zeit mit genau solchen Beschäftigungen totgeschlagen, bis die 2. Pflicht dieses Tages ruft. Wieder hülle ich mich in schwarz und verlasse samt einigen Einkaufsbeuteln die Wohnung – diesmal ohne schützende Kopfhörer. Diesmal werde ich nicht von einem Harakiri-Radfahrer fast überfahren, sondern komme gefahrlos über Fußweg und Straße, auch wenn der Autofahrer, den ich an einer Kreuzung vorbei ließ, offensichtlich eine Blinkerbetätigungsphobie hat. Ich laufe Richtung Stadtbahn und sehe von weitem, wie eine Frau statt über den 50 Metern entfernten Überweg über das Gleisbett läuft, dabei stürzt und auf die Gleise fällt. Der mit an dieser Stelle gut 60 km/h heranrasende Stadtbahnfahrer kann auf Grund der weiten Sicht gerade noch rechtzeitig bremsen. An anderen Stellen des Stadtbahnnetzes hier wäre dies ihr letzter Mangel an Selbst- und Umgebungsreflketion gewesen. Inzwischen hat die Dame das Gleisbett verlassen und läuft scheinbar taubstummblindblöd bei Rot über eine Ampel, um die Bahn auf der gegenüberliegenden Seite noch zu erreichen, die aber schon längst abfahrbereit am Bahnsteig steht. Das Gefühl – dieses Wort – ist auch beim Betrachten dieser Szene präsent.

Omnipräsent ist es vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln. So auch heute. Das erste, was mir beim Betreten in den Zug entgegenschallt, ist der blecherne Klang von einem deutsch-rappenden Hirnfeulniserzeuger aus nicht-schallisolierenden In-ear-Hörern einer Gestalt, die sich in Klamotten in die Öffentlichkeit traut, die man eigentlich nur für Trainingszwecke im Sport gedacht sind. Ich versuche, zwischen mir und dem Klangungeheuer so viel Abstand wie möglich herzustellen und setze mich ans andere Ende des Wagens. Hier werden meine Ohren jedoch von den neuesten Menstruationsbeschwerden einer Mitfahrerin gequält. Und wieder schießt mir eine Textzeile von heute morgen aus „Angst II“ durch den Kopf: „Angst macht mir in solchen Augenblicken lediglich das Gefühl, in dem ich mir eingestehen muss, dass diese beiden Menschen keinen blassen Schimmer davon haben, was in der Welt um sie herum passiert.“

Dieses Gefühl macht sich dann auch im Einkaufstempel breit. Dass der Mensch nicht gerade der hellste Stern in am Evolutionsfirmament ist, zeigt sich auch hier. Anstatt die Einkaufskörbe möglichst so abzustellen, dass sie nicht vor Regalen oder in schmalsten Gängen stehen, wird genau das gemacht. Schiebt man diese dann aus dem Weg, erntet man dann entsprechende Körperreaktionen. „Wann kommt die Flut?“ frag ich mich dann, die Melodie dieses Evergreens von Joachim Witt und Peter Heppner im Kopf summend. Als ich an die Kasse komme, stehen dort 3 Leute vor mir. Hinter mir wird nach einer 2. Kasse gebrüllt – bevorzugt von Leuten, die stundenlang Obst mit ihren ungewaschenen Händen antatschen und dann doch nicht mitnehmen.

Selbiges gilt auch für Zeitungen, bei denen ich immer öfter frage, ob das, was dort abgedruckt wird, noch Jouralismus ist. Mit Kopierpasta werden dort  Agenturmeldungen abgedruckt, ohne diese kritisch zu hinterfragen und jeden Tag mindestens eine Sau durch den Blätterwald getrieben, während die Auswirkungen und Ursachen von Krieg, Gewalt, Terror, Klimaveräderung und Umweltzerstörung kaum Platz finden. Da wird  lieber über den endlich einkehrenden Sommer gejubelt. Aber das hatten wir ja schon.

Bis ich wieder zuhause bin, erlebe ich noch viele weiteren Szenen und Ereignisse, in denen ich mich unter all den Menschen so fühle, wie es dieses Wort beschreibt. So wie diese Zeile von Black Heavens „Ich sehe“:

„Die Welt, in der wir  leben – die man so gern verspricht -, ist nicht die Welt für jeden, der daran zu zerbricht.“

Schakal

Noch mehr Wörter (und Gefühle) gibts hier:

Ichigo Komori
Das Wetterschaf
Pal-Blog
Chelsea
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The Lisa/Lilly
Laura
Dark Lord
Wicca

Reblog: Allein, Allein

Hier mal ein Reblog meines geschätzten Blog-Kollegen Dark Lord, der mir aus der Seele spricht:

Allein, Allein

Es wird mal wieder Zeit für etwas persönliches, auch wenn es für die meisten uninteressant wird. Hauptsache und das wichtige daran ist, dass es mir wichtig ist. Es gibt nichts Wichtigeres als die Nichtigkeiten, auch wenn sie nicht wichtig sind.

Vor einigen Jahren hab ich DEN Schlußstrich gezogen, den ich für nötig erachtet habe. Der Punkt im Leben, an dem man feststellt, dass so einiges nicht gelaufen ist, wie es einem persönlich gut tut. Jeder Mensch ist anders, doch ich bin ganz anders. Wahrscheinlich war für mich schon immer die Rolle des Eremiten vorgesehen, wenn man denn an eine Vorsehung glauben möchte.

Auch wenn die Jugend geprägt war, so waren es doch die Momente in Einsamkeit, die ich mehr genossen habe, schon immer irgendwie. Alleine aufgewachsen und alleine groß geworden, mehr oder weniger schon alleine durchs Leben geschlagen. An allen wichtigen Stellen und Wegpunkten war schon immer ich es, auf den ich mich am meisten verlassen konnte.

Immer, wenn andere Menschen im Spiel waren, waren auch die großen negativen Stationen im Leben erreicht. Sicher, es gab auch die glücklichen Momente der Zweisamkeit, glückliche Momente in der Gesellschaft, doch leider überwogen bisher immer persönlich die weniger glücklichen Zeiten. Sicher, die Spielchen macht jeder mit, wird belogen und betrogen, hintergangen und bestohlen, opfert Zeit und Muse für andere, um hinterher die goldene Arschkarte zu bekommen. Und jeder geht mit der Erfahrung anders um – für mich war vor einigen Jahren der Punkt erreicht: Genug ist genug.

Der Schutzwall der Einsamkeit, den nur wenige Menschen verstehen können. Sehr wenige. Es hat etwas mit wohlfühlen zu tun. Und ja, es gibt auch die Momente, bei denen man sich inmitten von Menschen wohl fühlt. Es ist nicht alles schlecht, was wie Scheiße aussieht und auch nicht alles Gold, was glänzt. Und doch fühle ich mich wohler, wenn ich alleine entscheiden kann, wie der Tag aussieht. Wenn ich keine Rücksicht auf andere nehmen muss, was ich allerdings durchaus auch kann. Wenn ich mir meinen Tag einteile, wie es mir beliebt. Nicht nach irgendwelchen Normen, sondern frei in der Wahl, frei in der Entscheidung.

Die Frage, die sich viele dabei stellen, ist die, ob man in der Zeit der Einsamkeit nicht langsam verblödet, zu einem Monster mutiert oder psychopatisch wird. Nicht unbedingt. denn andersrum würde das eher bei mir der Fall werden. Denn mit der Zeit habe ich gelernt, hinter die Masken der Menschen zu sehen, sie einzuschätzen und das auch noch richtig. Ein Blickwinkel, neutral zu betrachten. Und was man da sieht, ist alles andere als schön. Die Verlogenheit in den Augen anderer zu sehen, Neid und Gier – das bekräftigt nur und immer wieder die eigene Entscheidung, sich so weit wie möglich von alldem zu entfernen.

Es geht auch ein Leben ohne Liebe – die ich zudem noch als Hirngespinst erachte, ohne Zuneigung, ohne Falschheit. Ohne Zärtlichkeit und Zuneigung, ob gespielt oder echt. Ein bis zwei Dinge davon gibt mir das Stück Fell, alles andere ist unwichtig. Wichtig ist nur, was ich will. Sehr egoistisch gedacht, schon klar. Doch ist das so abwegig, ist das so anders als bei vielen anderen? Ist das so anders als bei Anderen, die andere ausnutzen für ihre eigenen Spielchen? Wer tut schon etwas ohne egoistische Hintergedanken?

Wer steht nicht gerne im Mittelpunkt, wird gern bewundert? Es ist auch nur eine Form des Egoismus, nur das darunter andere zu “leiden” haben. Bei mir muss niemand leiden, nur ich selbst. Alles, was ich tue, muss ich nur mir gegenüber und meinem Gewissen verantworten und das befreit. Das macht das Leben einfacher, glücklicher. Zwangloser. Ich muss vieles nicht tun, was ich nicht tun will. In einer Partnerschaft, einer Freundschaft ist es immer ein Geben und Nehmen – doch ich gebe nur mir selbst was. Und muss mir von niemanden etwas vorwerfen lassen.

Ein Leben in Einsamkeit, auch wenn gewisse Aspekte eines menschlichen Miteinanders fehlen – es funktioniert. Ich bin weder ein Psychopath geworden, noch wahnsinnig. Nur nachdenklicher als früher und doch offener. Und auf jeden Fall zufriedener. Und das ist mir wichtiger, als unzufrieden sozial zu interagieren. Die Menschen sind mir suspekt geworden, ja das stimmt. Auch und gerade von meinem Standpunkt, den ich schon in frühester Jugend vertreten habe: Tiere sind die besseren Menschen. Es gab viele Tiere, um die ich geweint habe, und nur wenige Menschen.

Sind es allein die bisherigen Enttäuschungen im Leben? Nein, nicht nur. Nicht ganz unschuldig sind sie, bestimmt nicht. Doch nicht nur. Ich war schon immer irgendwie Einzelkämpfer, Alleinunterhalter. Und so wird es auch bleiben, nur das ich es mittlerweile akzeptiert habe und nicht wie in früheren Jahren versuche, es auf Gedeih und Verderb zu ändern. Das war mein bisher größter Fehler. Und Fehler sind dazu da, aus ihnen zu lernen.

Schakal

Quelle: http://blog.corpus-et-amina.de/2015/06/20/allein/

Christdemokratische Unverschämtheiten

Als Unverschämtheit hat ein Politker meiner Lieblingspartei (die immer noch das beste Beispiel dafür sind, dass schwarz nicht immer gut sein muss) einen Zwischenruf bei ener Bundestagsdebatte zur Homoehe bezeichnet. Der auf die Kinderlosigkeit unserer Bundeskanzlerin anspielende Zwischenruf erfolgte, nachdem laut Theorie eines verkrusteten CDU-Politikers die Ehe in erster Linie zum Kindermachen geschlossen wird. Dass man sich in erster Linie für die Ehe aus Gründen tiefster Zuneigung, Liebe und Verbundenheit schließt ist für das Hirn eines CDU-Politikers wahrscheinlich genauso schwer vorstellbar, wie die Tatsache, dass wir in einer Zeit leben, in der das Großziehen eines Kindes immer schwieriger wird. Nicht anders ist es zu erklären, dass andere Vertreter dieser Grundgesetzignoranten mit einer wohl dem Sommerloch geschuldeten Vorschlag kommen, kinderlose Menschen mit einer Sondersteuer zu belegen.

Auch hier frage ich mich, wie oft man als Kind gegen die Wand geschmissen wurde, um auf so einen Schwachsinn zu kommen. Offensichtlich hat während des Gegendiewandklatschens der Klügere – die Wand – nachgegeben, denn anders ist es nicht zu erklären, dass solche Nachdenkverweigerer – die gleichzeitig noch Krabbelgruppenleiter dieses Chlorverseuchten Dorfdeppen-U30-Vereins sind – solch einen Stuss von sich geben können, ohne dass Jesus sich nicht freiwillig am Halskettenkreuz hängend noch freiwillig 1000 Nägel in Ohren, Augen, Mund und Hirn schlagen lässt, nur um dieses Gefasel nicht ertragen zu müssen.

Dieser Vorschlag zeigt, in welcher mittelalterlichen Denke diese Partei steckt. Dass es Menschen gibt, die auf Grund ihrer Sexualität, ihrer beruflichen oder finanziellen Situation oder schlichtweg aus persönlichen oder körperlichen Gründen keine Kinder haben können / wollen / möchten, ist für CDU-Politiker wahrscheinlich nicht vorstellbar. Und auch dieser Herr, der das vorgeschlagen hat, geht übrigens mit gutem Beispiel voran und ist…. ledig.

Etwas anderes kann diese Partei (und ihr sozial-/freidemokratischer kleiner, böser Bruder) auch sehr gut. Grundgesetz- oder europarechtswidrige Gesetze machen und mit geschlossen Augen hoffen, dass sie dann den schwarzen Peter denjenigen zuschieben können, die die Gesetze dann verhindern – frei dem Motto: „Wir wollten ja, dürfen aber nicht. Die da sind gaaanz böse.“

Und mit Blick nach Irland, Schweiz oder Großbritannien sehne ich mich nach verbindlichen Volksentscheiden. Andererseits wieder nicht, wenn ich sehe, dass wohl auch bei der nächsten Wahl 40+ Prozent dieses Art von Politik gut finden.

Schakal

Quellen:

Blog-Battle 20: Selbstverständlichkeit

Zu einer gewissen Selbstverständlichkeit scheint es seit gut 20 Wochen geworden zu sein, zusammen mit einigen Mit-Bloggern das Hirn durch zu pusten und quasi „auf Kommando“ zu einem Stichwort etwas zu schreiben. Das klappte bislang auch recht gut und kann gern so beibehalten werden. Wie selbstverständlich programmiert man seine Blogschreibhilfesoftware so, dass diese dann auch genauso pünktlich um 12 Uhr den bereits vorerfassten Blogtext serviert wie in gutbürgerlichen Familien das Mittagessen zur selben Zeit. Da  das irgendwie in letzter Zeit irgendwie nicht so klappt, wie ich das gerne möchte, werde ich ab sofort die Dinge wieder selbst in die Hand nehmen, und meine Beiträge manuell veröffentlichen. Selbstverständlich um 12. Oder auch nicht. Wenn ich nicht da bin, ist das halt eben so.

Generell scheint der Mensch recht schnell Dinge als selbstverständlich zu erachten, wenn diese in gewisser Regelmäßigkeit auftauchen. Bei mir auf Arbeit zum Beispiel gab es vor einiger Zeit die Erlaubnis, bei einer überschaubaren Menge an Arbeit Freitags bei sommerlichen Temperaturen nach Rücksprache früher Feierabend machen zu dürfen. In dieser Vorgabe stecken vier Voraussetzungen. Was macht der vernunftbegabte Mensch daraus? Er fragt neuerdings jeden Freitag, ob er früher Feierabend machen darf – nur weil genau diese Konstellation zufällig in 3 aufeinanderfolgenden Wochen eintrat. Dann wiederum wundert sich Otto Normalo, warum er es eben nicht darf, weil zum Beispiel noch genug zu tun ist und blökt dann was von wegen „Ja, aber die letzten Freitage durften wir das doch auch.“

Neben dem Verhalten der meisten Menschen sind auch so manche Phrasen der Menschen etwas, was mir die Schakalnackenhaare zu Berge stehen lässt. Welchen Sinn Sätze haben, die mit einem zustimmenden Widerspruch anfangen, hab ich bislang genauso wenig verstanden wie die inflationäre Verwendung des Wortes „Leider“ bei jeder noch so harmlosen Bemerkung, dass irgendetwas nicht geht, klappt, usw. Leider ist es mir nicht möglich, den Beitrag bis 12 Uhr fertigzustellen. Bla. Dieses unterschwellige Entschuldigenmüssen für einfachste Fakten oder Banalitäten scheint heute für viele auch selbstverständlich zu sein.

Auch sonst fragt sich der Mensch bei vielen alltäglichen Dingen nicht mehr, was nötig ist, um diesen Standard, den wir in den vermeintlich hochentwickelten Industrienationen haben. Wir schalten das Licht ein, ohne uns zu fragen, welche Leistung dafür nötig ist. Wir kaufen uns jedes Jahr die nach geplanter Obsoleszenz eh kaputtgehenden Smartphones der neuesten Generation ohne uns zu fragen, was mit den meistens noch funktionsfähigen Geräten passiert oder was für natürliche Ressourcen in jedem dieser elektronischen Geräte stecken, die nicht mehr darauf ausgelegt sind, lange zu halten, sondern den Profit gieriger Unternehmen zu maximieren. Wir fragen uns nicht, wo das Öl herkommt, das wir verbraten, um mit der eigenen Kutsche 100 Meter zum Bäcker zu fahren. Es ist uns egal, dass wir für das massenweise Ausdrucken von Werbezeitschriften Regenwälder und damit unsere Existenzgrundlage fällen.

Wir erwarten wie selbstverständlich, dass die Natur sich schon von selbst in dem Tempo regeneriert, wie wir sie zerstören und ausbeuten; und wenn sie das nicht kann, sind wir so überheblich, dass wir an Altkleiderboxen Phrasen wie „die Natur braucht Hilfe“ schreiben. Die Natur braucht nur eines: Keine Menschen.

So gleichgültig-selbstverständlich wie der Mensch mit der Existenz der Natur umgeht, geht er auch mit sich selbst um. Er erwartet, dass die ihm wichtigen Personen einfach immer da sind. Dass der Mensch jedoch auch nur ein Maximalhaltbarkeitsdatum hat – wie die Lebensmittel die er arglos entsorgt, obwohl sie noch lange Zeit genießbar wären – vergisst er dabei. Er vergisst, dass  Freundschaften, Ehen und Lebensgemeinschaften gepflegt werden müssen. Dazu gehört es eben nicht nur darauf zu vertrauen, dass diese Personen einfach da sind.

Hierzu kann ich ein schönes Beispiel aus meiner Verwandtschaft geben. Für meine Oma, die 5 Kinder hat, wurde zu ihrem 80. Geburtstag eine große Geburtsfeier veranstaltet, bei der die gesamte Familie eingeladen und auch größtenteils anwesend war. Dort wurde dann festgestellt, dass man ja (obwohl man größtenteils in der selben Stadt wohnt) sich viel zu selten sieht und man doch mal öfter etwas zusammen unternehmen könnte. Demnächst feiert meine Oma ihren 85. Geburtstag und bei den leeren Phrasen ist es geblieben.

Auch diese Menschen gehören zu der sorte Leute, die erst dann merken, was sie am anderen haben, wenn diese unter der Erde liegen. Wer jedoch im Diesseits kein Interesse zeigt, der braucht dann auch keins zu zeigen, wenn der jeweils andere unter der Erde liegt. Dieses Beispiel zeigt deutlich die Kälte, die die Menschen doch so oft kritisieren. Wie selbstverständlich wird die Existenz der anderen Geschwister hingenommen. Aber wehe, man schafft es dann nicht zu den Beerdigungen. Dann darf man sich Vorhaltungen anhören, man hätte ja kein Interesse und Respekt.

Auf Interesse und Respekt kann ich, wenn ich unter der Erde liege, verzichten. Dann kann ich ihn  a) nicht erwidern und b) bekomme davon eh nix mehr mit. Ich erwarte selbstverständlich, dass diese Dinge mir zu Lebzeiten entgegegen gebracht werden.

Schakal

Selbstverständlich beteiligen sich auch diese Blogger an dem Battle:

Ichigo Komori
Das Wetterschaf
Pal-Blog
Chelsea
Justine
The Lisa/Lilly
Laura
Dark Lord

Blog-Battle 19: Spurlos

Aus seiner Quelle bahnt sich der Fluss seinen Weg in sein Bett durch den Wald. Spurlos Mensch, der ihn mit seinen Abfällen verunreigt und versucht, ihn in ein vorgegebenes, gerades und unnatürliches Bett zu zwängen oder ihn seiner Bewohner beraubt. Das klare Wasser fließt vorbei an einem Rudel Wölfe, die den Fluss zum Tranke nutzen. Spurlos der Mensch, der sie wegen ihrer Fälle oder hanebüchenen Ängsten und Geschichten ausrotten will. Auf seiner Reise durch die Natur sieht der Fluss ein Krokodil, dass sich in ihm suhlt. Spurlos der Mensch, der ihren Bestand wegen ihrer Häute und des Fleisches dezimiert. Der Fluss mündet in den Ozean. Spurlos der Mensch, der ihn bereist oder ihn mit Müll und Öl verseucht.

Der Wal in ihm kann seine Bahnen ziehen. Spurlos der Mensch, der ihm aus Profitgier das Leben schwer macht. Im Norden wandelt sich das Wasser zu Eis – der Lebensraum für unter anderem Polarwölfe, Eisbären und Robben. Spurlos der Mensch, der ihren Lebensraum zerstört und bedroht. Der Ozean beheimatet neben anderen Lebenwesen des Wassers den Hai, der von den Menschen ungefärdet sich auch mal dem Strand nähren kann. Spurlos der Mensch, der in seinen Lebensraum eindringt oder die Strände heimsucht.

Der Strand mündet alsbald in einen Steppen- und Wüstenlandschaft. Ungefährdet können die Kamele und Pferde ihrem Leben nachgehen. Spurlos der Mensch, der sie einst zu Reittieren degradierte. Auch die Spinnen weben hier und da ungestört ihre Netze. Spurlos der Mensch, der sie wegen ihres Äußeren zertritt oder erschlägt. Unbehelligt schwirren und summen die Mücken, Fliegen, Bienen, Wespen und alle anderen Insekten durch die Fauna und Flora dieser Landschaft. Spurlos der Mensch, der ihnen zu nah kommt.

Auf der anderen Flussseite ist der Sumpf der Lebensraum unzähliger Tiere und Pflanzen. Spurlos der Mensch, der in ihren Lebensraum eindringt und die Bewohner verdrängt. Auch der nahe Regenwald wird nicht gestört. Spurlos der Mensch mit seinen Maschinen, die ihn roden, fällen, wiederverarbeiten und ausbeuten will.

Und durch alle diese Lebensräume fließt immer noch das Wasser als Quelle allen Lebens. Er fließt vorbei an den von der Natur zurückeroberten Städten. Spurlos der Mensch, der sich in seinem letzten Krieg gegen sich selbst zerstörte.

Schakal

Nachtrag; WP hat nicht wie gewünscht den Beitrag um 12 veröffentlicht. Daher etwas später.

Diese Blogs könnten Spuren von anderen Menschmitstreitern erhalten:

Ichigo Komori
Das Wetterschaf
Pal-Blog
Chelsea
Justine
The Lisa/Lilly
Laura
Dark Lord