Irgend ein Arsch ist immer unterwegs

Dieser durchaus einprägsame Satz aus der Feder Tilo Wolffs ist einer, der mir auch bei Konzerten durchaus öfter mal im Kopf rumgeistert. Während sich der Großteil des interessierten Publikums sich hingebungsvoll der dargebotenen Kunst widmet, gibt es doch immer die wenigen Ärsche, die doch irgendwie immer auffallen, egal wie sehr man sich bemüht, diese Spezies auszublenden.

Ein Teil der Spezies Ärsche auf Konzerten nennt sich Quasselstrippe. Ich werde es nie verstehen, warum man sich während eines Konzerts permanent unterhalten muss – und zwar in einer Lautstärke, gegen die dann selbst die Lautstärke des sich auf der Bühne abmühenden Künstlers wenig ausrichten kann, falls man direkt neben solchen Leuten steht. Gegen eine kurzen Meinungsaustausch zwischen den Liedern ist nichts einzuwenden, aber ansonsten ist es schlichtweg respektlos dem Künstler gegenüber und auch dem Publikum um solche Leute herum.

So kam es dann schon öfter vor, dass bei absichtlichen Pausen innerhalb eines Liedes fröhlich vor sich hin gesabbelt wurde. Auch bei Kabarettauftritten habe ich es schon erlebt, dass hier sogar teilweise die Künstler auf der Bühne die Leute in den vorderen Reihen um Ruhe gebeten haben. Welchen Sinn hat es, einen Abend zu besuchen, in dem das Zuhören ein elementarer Bestand der Veranstaltung ist? Ich frage mich, ob solche Leute bei Hochzeiten, Trauerfeiern oder ähnlichen Anlässen sich genauso verhalten: „Der Hinterbliebene ist…“  *Knarrrz* – Oh, weißt du schon, dass ich heute früh Dünnschiss hatte?“ Das ist das, was aus deinem Mund kommt! Schnauze!

Ein anderer Teil dieser Spezies nennt sich Gaffer. Ähnlich wie bei Unfällen gaffende Idioten sind es auch Konzertgaffer, die eigentlich gar nicht wissen, was los ist, aber andere behindern oder stören. Insbesondere bei Gothic-Konzerten nervt die Fraktion „Ey komm wir gehen da auch mal rein. Ich weiß zwar nicht was das ist, aber egal“. So habe ich es schon mehrfach beobachtet, dass solche Experten (die – man möchte hier fast „natürlich“ davorsetzen – auch nicht dem Anlass entsprechend gekleidet sind) dann auch zur Spezies Quasselstrippe gehören – aber auch das tanzende, mitsingende und feiernde Publikum oder gar den Künstler auslachen oder zumindest permanent dumm-dreist-verwirrt-verhöhnend anstarren. Und zwar die ganze Zeit.

Mir wäre ja mein Geld und meine Zeit zu schade, mich stundenlang unter eine Gruppe von Menschen zu begeben, die mir offensichtlich (auf Grund meines Verhaltens auf Gegenseitigkeit beruhend und somit zu Recht) fremd sind – und dies in einer beengten Lokalität, während mir Musik entgegenschallt, die ich nicht mag und wahrscheinlich auch nicht mal verstehe, obwohl mir der Gruftie (dem ich die ganze Zeit verachtenswertes Lächeln zuwerfe) einen „Ja du bist gemeint“-Blick während des Liedes „Irgend ein Arsch ist immer unterwegs“ und bei der Textzeilen „Schau mich nicht an – so wichtig bist du nicht“, „Bleib weg – so weit es geht!“  zuwirft.

Spezies 3 ist zwar nicht wirklich störend, aber in zu hoher Dosierung für die Stimmung eines Konzertes eher hinderlich. Und zwar die Salzsäule. Spezies Salzsäule zeichnet sich dadurch aus, dass sie während des gesamten Konzertes sich nicht bewegt. Körperreaktionen, sei es durch Mitsingen, Bewegen, Jubeln, Tanzen und ähnliches sind während des gesamten Konzerts verboten. Der Mechanismus wird nur dann unterbrochen, um sich entweder etwas zu trinken zu holen oder mit dem Smartphone zu filmen. Besonders gern macht die Statue das bei Bands, die dies ausdrücklich nicht wünschen und sich dann ertappt fühlen und rumplärren, wenn der Sänger ihnen eindeutige Gesten und Blicke zuwirft. Falls Spezies Salzsäule dann unverständlicherweise auch noch in den vorderen Reihen mit einem Volumen 2 Meter hoch und 2 Meter breit im Raum steht und interessierten Konzertgängern die Sicht nimmt, ist es dann nicht mehr schön, wenn man 2 Stunden für 30 und mehr Euro  lang nur den Rücken einer uninteressierten Säule sieht.

Es ist mir durchaus bewusst, dass nicht jeder aus sich rausgehen kann und Emotionen zeigen. Auf Konzerte, auf die man doch aber eigentlich geht, weil man dem Dargebotenen doch irgendwie schon vorab etwas abgewinnen konnte, sollte dies doch aber schon möglich sein.

Schakal

 

Nicht vernunftbegabt

Ich lebe noch…

Und darf mich wohl ausnahmsweise mal glücklich schätzen, zumindest äußerlich zu dieser ihren Namen nicht zu Recht tragenden Spezies „vernunftbegabter Mensch“ zu gehören. Wäre ich ein Wolf, müsste ich in Niedersachsen um mein Leben fürchten, wenn ich es gestatte, Menschen meinen Lebensraum betreten zu lassen und ich  ihnen dennoch nichts tue. Und wenn ich ihnen während meiner Streifzüge friedlich begegne   – und ihnen AUCH nichts tue  wenn sie mich mit Erde beschmeißen.

Zum Glück distanziere ich mich so gut wie es geht von dieser widerlichen und verachtenswerten Spezies so gut es geht – im Gegensatz zu dem Wolf, der wohl leider den Fehler gemacht hat, nicht in seinem Revier zu bleiben und es gewagt hat, auf Menschen zuzugehen – und zwar nicht, um sie anzufallen. Jetzt muss er damit rechnen, dass er aus dem Wolfrudel „ausgegliedert“ (CDU-Sprech), also im schlimmsten fall getötet wird.

Merke: Bist du kein Mensch, halte dich von den Menschen fern. Bist du ein Mensch, verhalte dich so, wie es die CDU will. Ansonsten läuft du Gefahr, „ausgegliedert“ zu werden.

So ein Verhalten ist der Grund, warum außerirdisches, friedliches, intelligentes Leben niemals Kontakt mit dem Homo-no-sapien aufnehmen wird.

Schakal

Quellen:

Menschenallergie

Heute waren mal wieder meine besonderen Freunde, die Alltagsidioten, anwesend. Diesmal in Form von Führungspersönlichkeiten, denen ich mitteilte, dass ich auf Grund einer akuten (und ziemlich ansteckenden) Infektion nicht vor habe, die Kollegen anzustecken. Mehr oder weniger indirekt wurde mir unterstellt, ich würde am Telefon die Krankheit vortäuschen. Natürlich. Ich huste mir seit 2 Wochen  die Lunge aus dem Leib und bekomme unter anderem spontane Schwitzattacken, ohne dass ich zum Arzt gerannt bin, weil auf Grund von Fehlplanungen seitens der Führungsriege nicht genug Leute für bestimmte Positionen da sind. Gibts eigentlich ’n Mittel gegen Menschenallergie? Außer mit  „Freundlichkeit“, mit der man auf diese Vollhonks zugehen kann? So oft wie „Freundlichkeit“ schon gebraucht wurde, muss die sicher bald in Serienproduktion.

Schakal (der sich jetzt erstmal hinlegt)

Blog-Battle 16: Intelligenz

Willkommen bei „Unter intelligenten Menschen“. Eine Sammlung aus der Realität entnommenen Handlungsweisen intelligenter Menschen, bei denen man sehr dicke Wände braucht, damit diese dem Kopfdagegenschlagen standhalten.

Der intelligente Mensch von heute sitzt in einer Stadtbahn. Da er an der nächsten Haltestelle aussteigen möchte, geht er Richtung Tür. Während des Weges ertönt der Hinweis: „Türen öffnen links.“ In Sekundenschnelle verarbeitet der intelligente Mensch diese Information und stellt sich wartend an die Tür rechts.

Der intelligente Mensch von heute schaut auf einer Videoplattform im Internet ein Video zu einem Spiel, was demnächst veröffentlicht wird. Er fragt sich, wann das Spiel denn erscheint. Er weiß, dass er über eine x-beliebige Suchmaschine oder eine Einkaufsplattform das Ergebnis finden wird. In Sekundenschnelle verfasst er einen Kommentar (unter Tausenden) unter das entsprechende Youtube-Video und fragt nach dem Veröffentlichungstermin.

Der intelligente Mensch von heute kommt von der Arbeit nach Hause. Zur Entspannung schaut er eine Dokumentation zum Thema Klimaveränderung, Umweltzerstörung und Naturschutz. Nachdem er diese Information über Nacht verarbeitet hat, steigt er am nächsten Morgen in seinen Sportwagen, um erst 100 Meter zur Bank und dann 200 Meter zum Bäcker zu fahren.

Der intelligente Mensch von heute sympathisiert mit AfD und PEGIDA, gibt Ausländern herablassende Bezeichnungen und will mit denen auch nichts zu tun haben. Selbstverständlich fährt dieser intelligente Mensch unter anderem ein französisches Auto, geht gerne chinesisch, türkisch oder italienisch essen und lässt sich seine Übergrößen-Klamotten bei einem Osteuropäer nähen.

Der intelligente Mensch von heute hat etwas gegen islamische Einflüsse in Deutschland. Da wir in Deutschland ja schon so oft mit Kopftüchern rumliefen, nennt er als Grund hierfür, dass er „nicht wieder mit einem Kopftuch herumlaufen möchte“. Konsequenterweise unterhält sich dieser Mensch mit einem aus einem islamischen Land stammenden Briefträger und geht auf ein von einem aus einem islamisch Land stammenden Menschen organisiertes Fest.

Der intelligente Mensch von heute hat Diabetes und hat in Folge dessen starke Schmerzen im Fuß. Nachdem er sich über die Folgen dieser Krankheit informiert hat, bekam er vom Arzt aufgetragen, auf Süßes zu verzichten und den Fuß nicht zu belasten. Nachdem er sich das alles hat durch den Kopf gehen lassen, humpelt er mit schmerzverzogenem Gesicht auf Arbeit, nervt mit seinem Leiden alle Kollegen und verdrückt 10 Schokoladen-Ostereier.

Der intelligente Mensch von heute ist Mutter eines schulpflichtigen Kindes. Sie regt sich über verantwortungslose Mütter auf, die mit 60 noch mal schwanger werden, oder andere Mütter, die sich nicht für die Interessen und die Zukunft ihrer Kinder interessieren. Da sie ja alles besser macht, fragt sie dann bei einem Elternabend, warum denn in der Schule die Hausaufgaben nicht gemacht würden. Das wäre schließlich Aufgabe der Schule und nicht der Eltern.

Der intelligente Mensch von heute hat eine labile Psyche, die leicht aus dem Gleichgewicht gerät. Gleichzeitg pflegt dieser Mensch einen luxusentsagenden Lebensstil, ist politisch interessiert und ernährt sich von Bio-Produkten. Im Wissen um seine labile Psyche, die man schützen sollte, liest er viele alternative Nachrichten, was seiner Psyche nicht gut tut. Er missioniert auf eine teilweise aufdringliche und herablassende Art und Weise mit seinem Lebensstil und wundert sich, warum manch anderer entsprechend genervt und aggressiv reagiert, was ihn auch wieder psychisch mitnimmt.

Der intelligente Mensch von heute ist stark übergewichtig und pflegt einen langsames Tempo beim Gehen und hat dazu noch einen gehbehinderten Sohn. Beim Autofahren regt sich dieser Mensch über Menschen auf, die langsam über Fußwege gehen.

Der intelligente Mensch von heute ist in diesem Fall Gothic hört und geht gerne auf Konzerte einer Band, deren Frontmann es nicht gerne sieht, wenn statt klatschenden Hände Smartphones in die Höhe gehalten werden. Als selbstverständlich den „Buntis“ so überlegener Mensch, der ja so tolerant ist, achtet er natürlich den Wunsch des Künstlers und hält nur bei einem bestimmten Lied die ganze Zeit das Smartphone hoch – und zwar das, was dem Sänger am nächsten geht. Auf die nachfolgende Ansage des Sängers, dass dieses Lied nur noch für Freunde gespielt wird, die ihre Handys für sich behalten, reagiert er verwundert.

Der intelligente Mensch von heute schreibt Kinderbücher, in denen es um Werte und Umgangsformen geht, die heute weitestgehend aus der Mode gekommen sind. Dieser Mensch entdeckt auf einem kleinen Privat-Weblog ein angeblich von ihm stammendes Zitat, dass der Blogger aus den Weiten des Intetnetz ohne nachvollziehbare Quelle gefunden hat. Natürlich ist sich dieser Mensch seiner Vorbildfunktion als Kinderbuchautor bewusst und drängt den Privatblogger unter Androhung eines Anwalts zu einer Zahlung eines zweistelligen Betrages.

Der intelligente Mensch von heute wundert sich über Misanthropen während er sich weiterhin so oder so ähnlich benimmt.

Schakal

Weiteres intelligentes gibt’s hier zu lesen:

Ichigo Komori
Pal-Blog
Chelsea
Justine 
Dark Lord 

Sonne (Reprise)

Heute war ja der erste Tag, an dem die Sonnenanbeter mal wieder zur Sonne beten durften… bzw. wollten. Selbige hat sich nämlich spontan fast den ganzen Tag hinter Wolken verkrochen. Und so blieb ihnen nur das Meckern über das schwüle Wetter, von denen man ja Kopfschmerzen und Migräne bekommt. Ich wiederhol mich ja nur ungern, aber: Im Winter passiert sowas irgendwie nie. Irgendwie ist sie ja schon drollig, diese Spezies. Ich weiß nur manchmal nicht, ob ich darüber lachen oder heulen soll.

Ich lach mal zur Abwechslung, während gerade der ach-so-schlimme-Sturm, der im Norden ja üblicherweise „büschen Wind“ genannt wird, durch die Wohnung zieht.

Schakal

Die 1 Cent-Frage

Willkommen bei Wer wird Millionär. Wie reagiert man, wenn man erfährt, dass man auf Grund Arbeitsmangels die nächsten Tage jeweils gut 1-2 Stunden früher nach Hause gehen darf?

a) sich freuen

b) sich stundenlang mit anderen darüber aufregen, dass nichts zu tun ist

c) sich stundenlang mit anderen darüber aufregen, dass die Überstunden (die man ja „verplant“ hat) dafür drauf gehen

d) sich stundenlang mit anderen darüber aufregen, dass das Wetter zum Überstundenabbau doch so schlecht wäre.

Der Großteil meiner Arbeitskollegen wäre an dieser Fragestellung gescheitert. Hab ich schon mal erwähnt, dass ich Menschen verabscheue?

Schakal