Blog-Battle 13: Melancholie

Manchmal bist du einfach da, Melancholia. Diese Zeile aus dem gleichnamigen Lied von Mantus beschreibt kurz und knapp die Gefühlslage, die zumindest bei mir scheinbar grundlos über mich hereinbricht.  Die Melancholie als Gefühlsregung in einer überhasteten Welt, in der für solche Momente der Nachdenklichkeit scheinbar kein Platz mehr zu sein scheint – geschweige denn dafür, zu solchen Gefühlsregungen zu stehen und diese zu zeigen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Momente der Melancholie (so hieß auch mal eine Teesorte, deren Name wohl zu negativ war und somit erst „Momente der Versuchung“  geändert und später eingestellt wurde) meist nur in der Stille des Alleinseins auftauchen.

 In den letzten Jahren, in denen mein Leben endlich eine gewisse Grundrichtung gefunden hat, ist sie nur noch selten aufgetaucht – die Melancholie. Wenn sie es tat, dann schlich sie sich meistens des Nachts in die eigenen 4 Wände (und in das Gedankenkarussell) und verharrte dort dann auch dort mal den ganzen Tag. Im Idealfall passiert dies an einem Tag, an dem ich meine Maske an der Haustür hängen lassen kann. Ist dies nicht der Fall, wird alles Störende durch meine Kopfhörer und Musik abgeschirmt und auf Arbeit im Großraumbüro wird aus dem eh schon geheuchelten Guten Morgen ein einfaches Hallo und die mir in den Pausen aufgezwungenen Gespräche über Wetter und Kollegenfehler werden durch simples Schweigen torpediert. Die Wenigsten besitzen die Empathie, mich (obwohl ich es vergleichsweise deutlich zeige) in solchen Momenten in Ruhe zu lassen.

Bevor ich ein vergleichsweise geregeltes Leben hatte, war die Melancholie ein Gast, der ohne zu Fragen des Öfteren mal Einlass in meine Welt fand. Dank meiner treuen Hundedame und  Vertrauenspersonen konnte ich es jedoch zumindest Zuhause offen zeigen, wenn „es“ mich überkam. Im Gegensatz zu Katzen (zumindest die, die ich kennenlernen durfte) besaßen alle Hunde mit denen ich bisher Umgang hatte, ein hohes Maß an Empathie.

Auch meine Hündin merkte sofort, wenn ich – auch auf Grund einer damals familiären nicht ganz so einfachen Situation – eine gewisse Aufheiterung brauchte. Und in dem Moment, in dem ich das schreibe, merke ich wieder, wie sehr mir sie doch fehlt…………….

 Manchmal bist du einfach da…. 

Das Bild von ihr, was in einem schwarzen Rahmen an meiner Wand hängt, ist zusammen mit den Erinnerungen an gut 14 Jahre, in denen ich sie begleiten durfte, das was ich noch von ihr habe. Und das kann mir keiner nehmen. Auch die Melancholie nicht, die mich befällt, wenn ich die Gedanken Kreise lasse darüber, doch wieder für einen Hund ein Leinenhalter sein zu dürfen. Allerdings siegt – zumindest bisher – die Vernunft, die sagt, dass es für ein Rudeltier schlichtweg unverantwortlich ist, 8 Stunden und länger ohne sein Rudel sein zu müssen.

Und so bleibt nur der Gedanke und der Wunsch daran, in älteren Jahren einem nicht mehr ganz so jungen Hund noch einen schönen Lebensabend machen zu dürfen. Auch Hunde haben Gefühle. Nur wenig  bringt mich mehr in Rage als das Weggeben eines langjährigen, vierbeinigen Begleiters, nur weil er zu alt ist. Das hat man sich als potentieller Leinenhalter gefälligst vorher zu überlegen. Genauso wie die Tatsache, dass Hunde durchaus 16 Jahre und älter werden können. Doch solange Tiere wie Ware ausgetauscht werden können, wird sich an dieser Mentalität wohl nichts ändern.

Genausowenig ändern wird sich wohl auch das Dasein melancholischer Stimmungen zu Silvester. Normalerweise bin ich ja sehr gerne (und viel) für mich alleine und dulde  nur die dauerhafte Anwesenheit eines Vierbeiners in meiner Nähe – doch an Silvester kann ich aus einem mir unbekannten Grund nicht alleine sein. Spätestens zum Nachmittag nimmt dann das Gedanken- und Gefühlskarussell so richtig fahrt auf. Und zwar nach unten. Und um das zu vermeiden, bin ich zumindest an diesem Tag sehr gerne unter Menschen. Mir vertrauten – oder zumindest bekannten – Menschen wohlgemerkt.

Als guter Ersatz für Vertraute oder Vierbeiner bleibt dann wieder mal die Musik. Und so bleibt sie dann auch noch für die nächsten paar Minuten einfach da:

Melancholia

 Der Himmel drückt auf meine Schultern 

Ein blasses Licht verhüllt den Tag  Versuche nicht, mich zu bewegen  So komme was auch kommen mag

Wie tief auch die Gedanken stinken  Wie schwer der Körper werden muss  Ich lass mich fallen in deine Arme  Und schmiege mich an deine Brust 

Du bist das was mich zerreißt  Traurigkeit in meinem Geist  Ist der Schmerz wirklich real?  Liebe mich ein letztes Mal

Wenn das Licht zu Staub zerfällt  Dann verbrennt die ganze Welt  Manchmal bist du einfach da 

Melancholia 

Ein kurzer Augenblick des Lebens  Lässt Städte, Wälder neu entstehen  Und einen Augenaufschlag später  Wird alles doch zugrunde gehen

In meiner kleinen, kranken Seele  Dort tobt ein Krieg auf Lebenszeit  Du weißt, wo alle Sehnsucht endet  Du reißt mich in die Dunkelheit

Du bist das was mich zerreißt  Traurigkeit in meinem Geist  Ist der Schmerz wirklich real?  Liebe mich ein letztes Mal

Wenn das Licht zu Staub zerfällt  Dann verbrennt die ganze Welt  Manchmal bist du einfach da 

Melancholia“

(c) Mantus

Schakal

Weiteres melancholisches gilt es von:

Ichigo Komori mit ihrem “The music box of a morbig wonderland”
Das Wetterschaf mit Schafen, Wetter und so
S
ebastian vom Pal-Blog
Mary von indubioprorea
C
helsea mit ihren vielen Dingen
Justine von Justine
the Lord himself

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6 Antworten zu “Blog-Battle 13: Melancholie

  1. Ich als Katzenmensch kann nur sagen, das es auch emphatische Katzen gibt. Der Unterschied zu Hunden besteht nur meist darin, dass die Katze deine Gefühle eher ignoriert.

    Ich selbst als sehr emphatischer Mensch, weis wie das gut geht – also das Ignorieren.

    von mir gibt es heute eine 2

    Gefällt mir

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