Blog-Battle 10: Blut

Bei der Themenvorgabe Blut schoss mir gleich das  Lied „Blut und Spiele“ der Band Metallspürhunde in den Kopf. Ein Lied, angelehnt an den bekannten Ausspruch Brot und Spiele, aber besser in die heutige Zeit passt. Insbesondere die Ereignisse rund um den Flugzeugabsturz machten mal wieder deutlich, wie mit solchen schlimmen Dingen umgegangen wird: pietätlos wie die Art Journalisten, die von Sorgfaltspflicht, Neutralität und Besonnenheit noch nichts gehört haben und auf den Gefühlen insbesondere der Angehörigen des Co-Piloten rumtrampeln; effekthascherisch wie Politiker, die was von Anteilnahme faseln und wie Gaffer zum Unglücksort fliegen oder fahren müssen; sensationsgeil wie Fernsehsendungen, bei denen sich jeder Hans der mal in der Bild Überschriften zu einem Thema gelesen hat, Experte genannt wird und oberflächlich wie nicht direkt vom Absturz betroffene Nutzer sozialer Medien, die ihr Profilbild mit Trauerfloren verzieren, denen der sonstige Zustand der Welt aber sowas von egal ist (für den man permanent Trauerflore tragen müsste).

Es geht niemandem auch in diesem Fall darum, das Übel bei der Wurzel zu packen. Dass ein Arbeitspensum von täglich 10 Stunden und mehr nicht gesund sein kann, wird von niemandem angesprochen.

Auch sonst besteht ein Großteil der verbreiteten Meldungen aus dem Tenor „Tod, Verderben, wir werden alle sterben – und die anderen sind Schuld“. Dennoch dürfen die wirklich schlimmen Folgen von Kriegen und ähnlichem nicht gezeigt werden. Dann würde aus Angst nämlich Zorn werden und die Leute würden sich mehr wehren.  Hält man ein Volk permanent in Angst und unterhält es mit belanglosem Massensport, wird es schon nicht merken, wenn während eines Fußballspiels der Bundestag dazu fähig ist, beschlussunfähig Beschlüsse zum Meldegesetz zu beschließen (welche aber wohl schon wieder kassiert wurden) oder unbeliebte Themen wie das Fracking-Verbot durch das Einbringen von Ausnahmeregelungen aufzuweichen.

Wenn ich sowas lese und mitbekomme, wundere ich mich, warum hierzulande nicht viel mehr Leute die Beherrschung verlieren und wild rumballernd durch die Gegend rennen. Da kann man von Glück sagen, dass in Deutschland eben nicht jeder Vierjährige eine scharfe Waffe als Geschenk bekommt und man als Eltern stolz sowas filmt und sich dann wundert, wenn Sohnemann später stolz durch die Gegend torkelt und jemanden abschießt.

Doch auch hier gab es ja schon den einen oder anderen geplanten „nichtbestimmungsgemäßen“ Umgang mit Waffen. Auch bei solchen Amokläufen wird dann nach dem typischen Amokläufer-Stereotyp gesucht: Allein, sozial isoliert, spielt Killerspiele und schaut Horrorfilme. Ich warte ja persönlich immer noch auf den Tag, an dem mal ein Typ durchdreht, weil er des nachts zum heiligen Wahlprogramm der Union betet. Ob dann auch Schreie aus CDU und CSU laut werden, diese Union zu verbieten? Man wird ja mal träumen dürfen…

Träumen möchte ich auch sehr gerne mal von einer angeblich so hoch entwickelten Spezies Mensch, die es schafft, einfachste Verhaltensregeln zu beachten. So habe ich schon gezwungenermaßen miterleben müssen, wie sich der weibliche Teil dieses Evolutionsmissgeschicks auf den Sanitäranlagen unserer Büros verhält. So wurde sich zu Recht dort schon mehrfach darüber aufregt, dass die Damen es nicht schaffen, die Spuren ihrer Zyklen auf den Toiletten zu reinigen (von denen es genau 2 für ca. 20 Frauen gibt). Alleine schon das reine Anhören von solchen Widerwärtigkeiten erzeugt bei mir Schüttelfrost und Ekelgefühle. Wenn sich sogar unsere Reinigungskraft (deren Beruf ja politisch korrekt heute „Personal für Raumpflege“ heißt), die schon einiges sehen musste, weigert, das zu reinigen, will ich nicht wissen, wie es dort aussah – wahrscheinlich ähnlich appetitlich wie die Anderswelt aus Silent Hill.

Generell bin ich ein großer Fan von Horror- und Gruselfilmen und -spielen wie Silent Hill. Dabei muss es nicht mal unbedingt blutig oder eklig sein. Viel schöner ist es, wenn der Film oder das Spiel eine beklemmende und packende Atmosphäre erzeugt. Das können leider nur die wenigsten. Lustigerweise mag ich selbst im Realen nicht so gerne Blut sehen. In solchen Situationen war ich bisher zum Glück auch nicht so oft. Der schlimmste Vorfall dieser Art war, als ich an einem Unfallopfer, das von einer Stadtbahn überfahren wurde, vorbeikam.

Manch einer mag  sagen: „Ich finde Spiele und Filme genauso belanglos wie du Fußball“. Mag sein, ich schreibe ja auch niemandem vor, meine Sicht der Dinge zu teilen (so wie die, dass ich in einem Blog über Blut bzw. blutige Ereignisse nicht  100 mal das Wort Blut erwähnen muss). Wenn jeder so denken würde wie ich, wäre es ja auch langweilig.

Von daher bin ich mal gespannt, was diese Blog-Battle-Teilnehmer dazu zu sagen haben:
Ichigo Komori
Sebastian
Mary
C
helsea
Justine
Dark Lord

Schakal, der dann erstmal eine Blog-Battle-Pause machen wird.

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5 Antworten zu “Blog-Battle 10: Blut

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